Ägypten: Zwei Museen

Die Schätze im Land sind so reichhaltig, dass sich damit sehr viele Museen füllen lassen. In Kairo stand am Vormittag das erst vor wenigen Jahren neu eröffnete Museum der Ägyptischen Zivilisation auf dem Programm. Bestückt wurde es mit einer Auswahl an Exponaten aus dem Ägyptischen Museum, das für die vielen archäo- und ägyptologischen Fundstücke schon lange zu klein und zu voll geworden war.

Ein Höhepunkt dabei muss ohne „Beweise“ besichtigt werden – fotografieren verboten: Die Mumien. Diese sind chronologisch von alt nach neu ausgestellt, und zu jeder anwesenden toten Person werden in aller Kürze einige Informationen gegeben. So wichtige Herrscher wie Ramses II. und Hatschepsut zählen dazu. Beide werden uns im weiteren Lauf der Reise noch anhand der von ihnen gebauten Monumente wieder begegnen. Zu Ramses II. hatten wir schon gestern gelernt, dass er sehr alt wurde. Dies sah man der Mumie durchaus auch an, etwa am Gesicht. Die Zurschaustellung der Mumien ist wohl durchaus umstritten – die hier gewählte Form fand ich persönlich jedoch durchaus angemessen und respektvoll.

Im zweiten Teil der Ausstellung gab es Ausstellungsstücke quer durch die Geschichte Ägyptens etwa zu den Schreibern, zu Kosmetik, zur Landwirtschaft und zu vielem mehr. Weitere Teile beschäftigen sich mit dem koptischen, dem muslimischen und auch dem jüdischen Ägypten.

Mitte und rechts: Museum der Ägyptischen Zivilisation. Links: Moderne Kunst, was bekanntlich oft eine Frage des Geschmacks ist.
Darstellung eines Schreibers sowie Werkzeuge zum Schreiben. Der Ibis steht für den Gott Toth, der wiederum für die Gelehrsamkeit steht. Der lange Schnabel des Ibis passt ja auch zum Schreibgerät.
Darstellung von Schutzgöttern. Oben links und in der Mitte die Kobra, die auch schon in Sakkara vorkam. Bei der linken Figur sieht man die Kobra eigentlich erst von der Seite.

Weiter ging es Richtung Alexandria. Dort besuchten wir das Griechisch-Römische Museum – von Alexander dem Großen über Kleopatra mit ihren römischen Liebhabern bis zu römischen Herrschern wie Diokletian, der im 3. und frühen 4. Jahrhundert nach der Zeitenwende lebte und wegen seiner brutalen Christenverfolgung berüchtigt war,

Ferner zu sehen: Viele Figuren, Mosaike, Statuen, Darstellungen von Wohnräumen und etliches mehr. Ich teile einfach mal ein paar Eindrücke, die sicherlich dem umfangreichen Museum nicht wirklich gerecht werden und zum Teil auch meiner Auswahl von mir interessant erscheinenden Perspektiven geschuldet sind.

Kleopatra VII. – also DIE Kleopatra
Die Zwillingskinder von Kleopatra (DER Kleopatra) mit Marc Anton. Sehr zu empfehlen hierzu der Podcast „Geschichten aus der Geschichte“, Folge 390: https://www.geschichte.fm/archiv/gag390/
Mir gefiel die Perspektive, aber es ist natürlich auch inhaltlich ein gutes Beispiel für den griechisch-römischen Einfluss: Die Darstellung der Statuen kennt man eher von anderen Anrainern des Mittelmeers. Der ägyptische Einfluss ist zu sehen etwa links beim Kopfschmuck, beim Isis-Knoten im Gewand der Dame (2. von rechts).
Abschließend ein Eindruck von unserem Hotelzimmer aus. Der Leuchtturm von Pharos ist schon lange nicht mehr da, aber kleinere Exemplare dürfen noch erstrahlen.

Ägypten: Einstieg mit Weltwunder

Wie schon 2023 (nach Mexiko) führt uns unser Jahresurlaub in diesem Jahr erst spät im Jahr in die Ferne. In diesem Jahr geht es – der Titel des Beitrags verrät es – nach Ägypten. Erneut haben wir eine Rundreise mit Studiosus gebucht. Am ersten Tag gab es gleich mehrere Höhepunkte – erwartete und unerwartete.

Bereits kurz von Flugzeug aus gesehen hatten wir die Pyramiden im nächtlichen Kairo – wir landeten erst spät am Abend. Heute führte der erste Weg nach sehr frühem Aufstehen zu Sphinx und Pyramiden. Der frühe Start zahlte sich aber aus – wir waren vor den großen Massen da. Ich lasse einfach ein paar Fotos sprechen.

Sphinx und Chephren Pyramide (man sieht es am „Häubchen“ – der noch vorhandenen Verkleidung rund um die Spitze, die diese von der Cheops-Pyramide unterscheidet)
Impression von Souvernirständen mit Mykerinos-Pyramide
Aus der Nähe kann man bewundern, wie groß die Steine sind – dafür sieht es aber auch unregelmäßig aus.
Alle drei vom Panorama-Punkt aus betrachtet – man muss allerdings standhaft all die Angebote zum wahlweise Reiten oder Fotografieren der Kamele ignorieren

Weiter ging es nach Sakkara. Die Stufenpyramide ist ja sozusagen der Vorläufer der Pyramiden von Gizeh. Unsere Reiseleiterin führte uns durch einen Gang mit den ersten bekannten Säulen (davon habe ich kein gutes Foto), zu einem Tempel, dessen Umrisse und Teile noch zu sehen sind, sowie zu einem Fries mit Kobras.

Der geheime Höhepunkt war jedoch die Grabstätte von Akhti-Hotep und Ptah-Hotep in der Nähe der Stufenpyramide. Hier sind Wandreliefs erhalten, die ich mir wohl stundenlang hätte ansehen können. An einer Stelle hat es nicht zur Fertigstellung gereicht, dafür kann man den Arbeitsprozess nachvollziehen – erst die Form aufmalen, dann den Umriss freilegen, schließlich die Details ausprägen.

Stufenpyramide von Sakkara mit den Kobras im Vordergrund
Von rechts nach links nimmt der Bearbeitungsgrad zu: Man sieht, wie die Bilder entstehen. Allgemein gab es in diesem Grab sehr viel zu sehen, und unsere Reiseleiterin hat es mit ihren Erläuterungen super spannend und plastisch geschildert.

Als Abschluss eines langen Besichtigungstages – für Gizeh und Sakkara haben wir gut 6 Stunden inklusive Fahrt gehabt – ging es noch zur Zitadelle von Kairo. Dort ist eine Moschee, die wir besichtigt haben. Das Licht innen war – wie auch bei großen Kathedralen wie etwa die in der Normandie – einfach magisch, aber schwer mit der einfachen Handy-Kamera einzufangen. Ihr müsst mir also glauben 😉

Vor der Moschee von Kairo – die Uhr recht ist ein Geschenk der Franzosen. Die haben dafür den Obelisken erhalten – der jetzt auf der Place de la Concorde steht. Allgemein hätten wohl die Ägypter gern den einen oder anderen Kunstschatz aus meist europäischen Museen ganz gern zurück.

Unser Programm wird sehr voll sein. Morgen geht es nach Alexandria. Nach Kairo kommen wir aber nochmal zurück, und ich denke, dann werde ich nochmal von hier zu berichten haben. Aber natürlich gibt es zwischendurch einen Haufen Eindrücke von den weiteren Stationen der Reise.

Linz, Pöchlarn und Krems

Es liegen drei ereignisreiche und anstrengende Touren hinter mir. Zunächst ging es von Passau nach Linz und damit von Bayern nach Österreich. Meine ursprüngliche Planung enthielt fünf Fährfahrten, da aber viel Regen angekündigt war, versuchte ich, ein paar Höhenmeter zu sparen. Dadurch gab es nur drei Bootsfahrten. Viele der Fähren sind hauptsächlich für Radfahrer und Wanderer gedacht. Sie kommen bei Bedarf per Anruf zur Anlegestelle. Gleich die erste Fähre war eine Längsfähre, die mich während eines starken Schauers an drei Hügeln vorbeifuhr und danach an der gleichen Donauseite wieder absetzte. Es gab keine gute Radtour über die Hügel auf meiner Donauseite. Der offizielle Donauradweg verläuft so auch durch die Flussmitte.

Weiter ging es über eine weitere Fähre nach Aschach. Ich hatte zwar schon einen sehr schmackhaften Marillenkuchen gegessen, da aber noch viele Kilometer vor mir lagen und das Wetter gar nicht mehr so schlecht aussah, stoppte ich spontan bei Jumbo‘s Würstelstand und verspeiste eine unerwartet schmackhafte Steckerlfisch-Forelle. Wer immer mal wieder nach Aschach an der Donau kommt: Diese Forelle sollte sich niemand entgehen lassen. 

Mit neuer Energie ausgestattet radelte ich dann ins bisher gewaltigste Gewitter des Urlaubs. Ich habe zwar ein Selfie von dem Erlebnis, es ist aber zu nass fürs Veröffentlichen. 

Die Übernachtung war in Linz. Ich bin nur kurz durch die Stadt spaziert, um etwas zu essen. Dabei wirkte sie aber sehr sympathisch und lebendig, was natürlich daran liegen könnte, dass es Freitagabend war.

Am Samstag war es unverhofft trockener. Mein Weg führte durch Albern über Grein nach Ybbs und noch etwas weiter nach Pöchlarn, dem bekannten Nibelungenort. Neben Rheingold gibt es ja noch das Donausilber. Netterweise wird ein Vorläufer von Pöchlarn – Bechelaren – im Nibelungenlied als Ort für ein friedliches Festgelage erwähnt. 

Heute war die Tour mit 50 km relativ kurz. Über Melk ging es durch die Wachau bis Krems. Die Wachau wirkt ein klein wenig wie eine Mischung aus Pfalz, Rheingau und Mosel. Es gibt leckere Marillen und hervorragenden grünen Veltliner. Vielleicht war und ist dies der schönste Streckenabschnitt der gesamten Donau.

Morgen starte ich zur finalen Etappe nach Wien, es verbleiben noch ca. 90 km. 

In der Ferne ist schon Österreich zu sehen
Zwischen zwei Schauern
Jumbo‘s Würstelstand
Linz: Erster Wegweiser gen Wien
Linz am Abend
Albern
Auch albern?
Nibelungendenkmal in Pöchlarn. Alle im Nibelungenlied erwähnten Städte sind per Wappen zu sehen.
Melk – Tor ins Wachau
Impression im Wachau
Donau im Wachau
Krems – Kunsthochschule
Krems – Karrikaturenmuseum

Ein Tag in Passau

Die Etappe nach Passau war noch länger als geplant, da mich einige Baustellen zu größeren Umwegen zwangen. Am Ende waren es 107 km – eine neue Tagesbestleistung. Da der Tag regnerisch und kühl war, hatte ich wenig Muse zum Fotografieren. 

Dafür gab es heute einen Pausentag mit Besichtigung der Altstadt von Passau. Auch in Passau steht ein Dom, vielleicht etwas barocker, als es ein Auge ertragen möchte, d. h., er wirkt leicht kitschig. Dafür beherbergt er die weltweit größte Orgel. Insgesamt sind es 17.974 Pfeifen. Jeden Tag um 12:00 Uhr gibt es ein Orgelkonzert. Zufälligerweise kam ich um 11.15 Uhr und kaufte deshalb gleich ein Ticket. Leider sind zwei der fünf Orgeln momentan in der Wartung. Das gesamte Tonspektrum ist erst 2028 wieder zu hören. Aber auch mit ein paar Pfeifen weniger waren Klangumfang und ‑volumen beeindruckend.

Die Altstadt von Passau liegt auf einer Halbinsel, an deren Spitze sich drei Flüsse vereinigen und als Donau weiterfließen. Obwohl  viele Touristen unterwegs sind, wirkt die Stadt beschaulich. Regensburg vermochte aber mehr zu begeistern.

Morgen geht es weiter nach Linz. Ab jetzt gibt es fast immer einen Weg sowohl am Nord- als auch am Südufer. Flußwechsel sind oft per Fähre möglich. Da es wahrscheinlich wieder regnet und die Strecke ähnlich lang wie die letzte Etappe ist, will ich versuchen den Weg mit dem wenigsten Hügeln zu finden und zunächst am Nordufer starten. Da auch die Etappe nach Limz bis Ybbs sehr lang und erschöpfend ist, werde ich den nächsten Beitrag erst in Krems schreiben.

Blick auf Passau vom Hügel nebenan.
Blick vom Dreiflußeck – der Landspitze von Passau – auf den Hügel mit Burg.
Dominnenraum mit Orgel (nicht zu sehen).

Weiter nach Regensburg und Straubing

Es ist schon wieder spät und morgen geht es früh weiter. Deswegen gibt es ein weiteres Mal nur wenig Text, dafür einige Bilder mehr.

Die Route von Weltenburg nach Regensburg war verregnet und bot damit kaum Möglichkeiten zum Fotografieren. Das änderte sich in Regensburg mit seiner charmanten Altstadt. Die Besichtigung des Doms verschob ich auf den nächsten Morgen, da mein Hotel direkt gegenüber von ihm lag. Dadurch hatte ich ihn für mich allein.

Die Etappe nach Straubing war unerwartet sonnig. Deshalb machte ich einen spontanen Abstecher nach Walhalla, einem pseudoantiken Tempel mit Büsten allerlei alter deutscher Männer. Doch so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussah, war es gar nicht, wie ein Blick auf die Details enthüllte -> s. Bilder.

Der Rest des Tages blieb schön und entspannend. Die 500 km-Marke ist jetzt überschritten, damit sollte ich etwa die Hälfte des Strecke geschafft haben.


Die Regensburger Altstadt

Regensburger Dom von vorn …

… ein Detail im Portal: lokaler Herrscher auf Jaguarthron …


… Genau, dies ist der Beweis: Regensburg heißt in Wirklichkeit Reqenquqoql und ist eine alte Handelsniederlassung der Maya. (S. https://reiseblog.das-spielen.de/wordpress/tag/2023-mexiko/)

Walhalla: Zu sehen ist hier ein besonders schönes Exemplar des Berner Sennenwals.

Walhalla blickt auf die Donau.

Der Innenraum der Walhalla wirkt zunächst ernüchternd: Eine lieblose Ansammlung männlicher Marmorköpfe, durchmischt von weiblichen Engeln …


… Doch der Blick aufs Detail versöhnt: Auch Totila, Königin der Ostgoten, und die Dichterin des Nibelungenliedes werden gewürdigt (das obskure Gender ist vermutlich der altertümlichen Grammatik des neunzehnten Jahrhunderts geschuldet).

Ingolstadt und Weltenburg

Kurz hinter Donauwörth quere ich aufgrund einer längeren Umleitung den Lech, den wir schon bewanderten. Sonst verläuft der Tag ohne größere Radelhighlights, denn es ist etwas feucht, sodass ich meine Regenkleidung ausprobieren kann. Auch Ingolstadt hinterlässt keine tiefen Eindrücke. 

Beeindruckender ist hingegen meine aktuelle Unterkunft: das Kloster Weltenburg. Hierbei handelt es sich um eine sehr mittelalterliche Einrichtung, die aber aufs eindringlichste barockisiert wurde (genauer: im bayerischen Barock). Zum Kloster gehört auch die älteste Klosterbrauerei der Welt. Entsprechend hoch ist auch die Quote angeduselter Touristen.

Das Kloster liegt an einer Schlucht, durch die die Donau braust. Morgen plane ich, diese per Schiff zu erkunden. 

Der Lech – Fluss nicht im Bild.
Ingolstadt
Eingang zum Kloster
die Klosterkirche am Abend – nach Abzug der Tagesgäste.
Barocker Drachentöter mit Prinzessin
14 Steelen. Es gibt eine Erklärtafel: Imstallation von 14 Steelen
Einstieg zum Donaudurchbruch. – Hier geht es weiter.

Über Ulm nach Donauwörth

Donnerstag brach ich früh auf, um möglichst schnell nach Ulm zu kommen. Denn der Aufstieg des Turms des Ulmer Münsters ist nur bis in den frühen Nachmittag möglich. Die Route ging durchs Hügelland mit einigen unerwarteten Steigungen. Dafür war sie sehr abwechslungsreich. Kurz vor Ulm überraschten mich allerdings einige Umleitungen wegen Hochwassers und eines Fischerfests an der Donau. Dann begann es zu regnen. 

Trotzdem entschloss ich mich zum Turmaufstieg in letzter Minute. Denn es handelt sich um den höchsten Kirchturm überhaupt. Er ist etwa 200 m hoch. Bis zu 102 m lässt er sich besteigen. Der Aufstieg wurde mit einem regnerischen Ausblick belohnt.

Der Dom gehört der evangelischen Kirche. Dies äußert sich in um 180° gedrehten Bänken mit Blick auf den Ausgang, der Orgel und einen imposanten Engel. Jesus schaut von hinten über die Schultern der Gläubigen.

Sonst ist das vorherrschende Thema des Doms: „hoch und luftig“ – beeindruckend.

Heute war es etwas regnerisch. Entsprechend war auf den etwa 90 km bis Donauwörth wenig los. 

Durch Kathrins Hinweis, dass Sigmaringen auch in Thurn und Taxis vorkommt, habe ich mir mal dessen Spielplan wieder angesehen. Tatsächlich geht die Hälfte meiner Route quer übers Spiel. Neben Sigmaringen sind Ulm, Ingolstadt, Passau und Linz Stationen meiner Route.

Thurn und Taxis
Die Donau kurz hinter Riedlingen
Dialog zwischen Brunnen und Storch
Ulmer Regen
Blick vom Ulmer Münster auf Ulm
Engel im Portal
Blick nach hinten
Apsis hinter den Bänken
Schleuse kurz vor Donauwörth

Entlang der Donau von Donaueschingen bis Riedlingen

Die Donau ist 2857 km lang und dann der zweitlängste Fluss Europas. Sie mündet in einem großen Delta im Schwarzen Meer und beginnt in Baden-Württemberg, vermutlich in Donaueschingen – vielleicht aber auch nicht. Denn dort vereinigen sich zwei andere Flüsse, um fortan als Donau weiterzufließen. Damit ist etwas unklar, wie man auf die 2857 km Länge kommt. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, dieses Jahr in Donaueschingen zu beginnen und Stück für Stück die Donau bis nach Wien zu radeln. Zusammen mit der Strecke Wien–Bratislava vom letzten Jahr werde ich mit etwas Glück dann circa 1400 km, also etwa die Hälfte der Gesamtstrecke der Donau, abgeradelt haben. Gestartet bin ich gestern und wie vergangenes Jahr plane ich, jeden zweiten Tag ein paar Impressionen zu veröffentlichen. Bisher verlief der Weg meist durch Täler und Auen und nur wenige touristische Highlights standen am Wegesrand. Das wird sich morgen mit Ulm ändern. Ich hoffe, am frühen Nachmittag dort anzukommen und noch das Münster zu ersteigen. Ob dies klappt oder ob ich den Kirchturm nur von unten bewundern kann, folgt im nächsten Beitrag.

Eine von vielen Donauquellen.
Ein erster Blick auf den possierlichen Donaubach
Eine Donauversickerung. Zu sehen: keine Donau
Rinder an der Donau. Nicht mehr am Bild liegt rechts meine erste Unterkunft.
Noch eine Donauimpression an meiner ersten Unterkunft

Eine weitere Donau

Burg oberhalb der Donau
Sigmaringen – aus Thurn & Taxis bekannt.
Eselherde an der Donau

2025: N wie …

In diesem Jahr waren wir schon unterwegs, von Berlin mit etlichen Museumsbesuchen, Kino, Konzert, Oper und Treffen mit Freunden in Brandenburg hatte ich nicht gebloggt.

Nun waren wir unterwegs mit Aktivitäten wie Tanz und wandern. Das eine N steht für Nürnberg. Zusammen mit vier Firlitanz-Profis des historischen Tanzes, mit denen wir vor zwei Jahren die Soester Fehde (davon hatte ich hier im Blog nicht berichtet) und vor drei Jahren das Gassen-Intermezzo erleben durften, tanzten wir in der Kulturscheune der Altstadtfreunde Nürnberg in den Mai.

Am 1. Mai selbst durften wir zuerst auf einer gemeinsamen Stadtführung mit dem Soestern viel über Nürnberg erfahren. Bei fränkischen Spezialitäten ließen wir den Tag gemeinsam ausklingen.

Nürnberg
Peter in der Kulturscheune in der Tanzpause
Nürnberger Impression entlang der Pegnitz

N steht aber auch für den Nibelungensteig. Dem N als Wegkennzeichen sind wir an sieben Tagen über 140 Kilometer gefolgt. Erstmals haben wir alles selbst organisiert und keinen Gepäcktransfer in Anspruch genommen. Das heißt: Größere Rucksäcke mit genau abgezählter Wäsche. Hat alles wunderbar geklappt.

Der Odenwald, durch den uns der Steig führte, ist eher spärlich besiedelt. Viele Unterkünfte gibt es nicht, und auch Infrastruktur ist rar. Zum Glück konnten wir besonders für die längsten Etappen in unseren Unterkünften Lunch-Pakete erhalten. Das Wetter meinte es sehr gut mit uns: Nicht zu heiß, kein Regen. Somit haben wir auch in diesem Jahr wieder einen schönen Langstreckenweg absolviert, der ja eigentlich praktisch vor unserer Haustür liegt (auch wenn der Rückweg per ÖPNV gut dreieinhalb Stunden dauert).

Für Tagestouren bietet sich der Steig jedoch nicht an. Zu schlecht sind die einzelnen Etappenziele mit Bussen angeschlossen. Daher ist die beste Wahl: Einfach durchwandern.

Viele blühende Wiesen und das leitende Zeichen
Siegfriedbrunnen bei Grasellenbach
Das Himbächel Viadukt bei Oberzent-Hessbach
Auf dem Weg von Amorbach nach Miltenberg kamen wir an der Gotthardsruine vorbei

Südtirol: Der Vinschgau in 4 Touren mit 16 Fotos

Auf Empfehlung unserer Freunde Eva und Karsten haben wir uns fünf Tage lange in Graun im Hotel Theiner eingebucht. Mit fester Unterkunft machten wir also sternförmig Ausflüge. Vier ganze Tage standen uns für Unternehmungen zur Verfügung. Um es vorweg zu nehmen: Das Wetter meinte es gut mit uns. Anders als sonst (= erst Text, dann Fotos) gruppiere ich die Touren mal jeweils mit Text und vier Fotos. Wer also nur Fotos anschauen möchte, muss ggf. mehr scrollen.

Panoramaweg: Ausgestattet mit Empfehlungen durch Eva und Karsten und bei schönstem Wetter starteten wir mit einer Umrundung des Reschensees. Die im Stausee untergegangene Kirche, deren Turm noch herausschaut, ist das Wahrzeichen von Graun. Das erste Drittel liefen wir am Seeufer entlang, nahmen dann die Seilbahn nach Schöneben, von dort den Panoramaweg oberhalb zur Haideralm, wo es mit der dortigen Seilbahn wieder herunter ging. Zurück nach Graun weiter am Seeufer, um die Umrundung abzuschließen.

Am Abend unserer Ankunft spazierten wir gleich nach dem Abendessen zum See – zu neugierig waren wir auf den Kirchturm im Wasser.
Und am nächsten Tag zum Beginn der Tour dann auch bei Tag.
Blick auf den Reschensee vom Panoramaweg aus. Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man nochmal den Kirchturm, er ist in der linken Bucht.
Und eine Perpsektive von Schöneben aus, zu Beginn des Panoramaweges.

Es packte uns ein wenig die Abenteuerlust. Bei der Recherche nach möglichen Touren stießen wir auf den Gletscherlehrpfad, der am Ende des bei Graun beginnenden Langtauferer Tales beginnt und auf über 2.500 Meter bis in die Nähe des Gletschers Langtauferer Ferner führt.

Das erste Stück bis zur Melager Alm trabte sich fröhlich und flott. Doch schon bald wurde der Weg mühseliger. Ein insgesamt aufregender und auch anstrengender Weg, der uns einiges abverlangte – die Fotos zeigen die durchaus raue Landschaft. Schließlich erreichten wir die Weißkugelhütte, wo wir uns stärken konnten. Mit einem kleinen Aufzug wurden immer wieder Speisen und Getränke von der Küche im unteren Teil der Hütte – wo man auch zuvor bestellt hatte – in die Stube oben geschickt. Dort galt es nun, mit den anderen dort sitzenden Gästen zu überlegen, wer nun was bekam. Aber natürlich waren alle Wandernden ganz freundlich, und so hatten alle gute Laune und konnten schon bald Hunger und Durst stillen.

Auf dem Weg zum Gletscher
Der Blick auf den Gletscher
Die Weißkugelhütte
Letzte Herausforderung vor dem Ziel: Wir mussten durch die kleine Öffnung im Zaun da… und natürlich war der Untergrund steil, nass und glitschig. Zum Glück blieben die Kühe entspannt, und wir fanden einen Weg, um mit genug Abstand ruhig an den Tieren vorbei zu gelangen.

Nach dem doch recht anstrengenden Ausflug zum Gletscher entschieden wir uns am dritten Tag für eine kürzere Tour. Ein Gipfelerlebnis sollte es sein. Zum Seeköpfl in der Nähe der Haideralm führen machbare Wanderwege. Was heißt „machbar“? Die Wege sind klassifizert: T1 sind breite Wege, oft Forststraßen, die wirklich völlig ohne Probleme begehbar sind. T2 bedeutet schon mehr Anspruch. Man muss mehr aufpassen und auch unregelmäßige Stellen bewältigen. Ab T3 steigen wir dann eher aus, hierfür wird mehr Erfahrung und ggf. auch Ausrüstung benötigt als wir haben. Zum Seeköpfl ist alles mit T2 machbar, und die Tour ist auch nicht sehr lang. Gesagt, getan, und wir hatten nicht nur eine schöne Tour mit schönen Ausblicken, sondern auch genug Zeit, um nach der Tour noch ausgiebig in die Sauna zu gehen…

Auf dem Weg von der Haideralm zum Seeköpfl. Auf diesem Bild ist mindestens ein Murmeltier versteckt (nein, keine Chance es zu finden, auch wenn ich es zu gerne fotografiert hätte), das wir ein paar Minuten vor dem Foto von der Ferne durch die Gegend laufen sahen.
Auf dem Gipfel des Seeköpfl auf 2.635 Metern Höhe – wir nutzten allerdings die Seilbahn, um auf 2.160 Metern Höhe starten zu können…
Blick vom Seeköpfl auf die Haideralm und den Reschensee.
Vom Seeköpfl am Grünsee vorbei wieder nach unten. Zum Abschluss dann Einkehr bei der Haideralm, von dort mit der Seilbahn wieder herunter.

In unserer Unterkunft gab es jeden Tag einen Ausflugsvorschlag. Den von Freitag realisierten wir dann tatsächlich am Samstag. Es ging zum Dreiländerstein, der das Zusammentreffen der Grenzen von Italien, Österreich und der Schweiz markiert. Vom Ort Reschen am Seeufer aus ging es los – einige Höhenmeter waren zu bewältigen, aber die Wege waren nicht sonderlich schwer. Zum Grenzstein selbst lasse ich unten die Bilder sprechen. Auf dem Rückweg kehrten wir in der Rescher Alm ein, bevor es zurück zum Ausgangspunkt ging. Es blieb sogar Zeit für eine abschließende Runde in der Sauna.

Und damit geht unser Urlaub zuende. Das Wetter in den Dolomiten sorgte dafür, dass wir weit weniger wandern konnten als erhofft. Die Verlängerung im Vinschgau hat aber mit tollem Wetter viel wettgemacht. Insgesamt stehen in meiner Komoot Collection nun 109 Kilometer und 4.070 Höhenmeter in der Statistik. Wir können uns sehr gut vorstellen, nach Südtirol zurückzukehren, natürlich wieder mit dem Schwerpunkt Wandern.

Auf dem Weg zum Dreiländerstein
Schweizer („S“) Seite des Dreiländersteins
„I“ und „Ö“ somit natürlich für Italien und Österreich
In welchem Land Platz nehmen? Wir saßen kurz in der Schweiz…