Lechweg: Tagesetappen 6 und 7 und Königsschlösser

Mit den Etappen 6 und 7 beendeten wir den Lechweg. Auf der Etappe 6 ging es vor allem in der Ebene am Ufer vom Lech entlang. Dadurch hatten wir die deutlich schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit unseres Urlaubs… Und unterwegs durften wir eine weitere Hängebrücke queren – allerdings hin UND zurück, denn eigentlich lag sie nur am, aber nicht auf dem Weg. Aber wir konnten uns sie natürlich nicht entgehen lassen…

Die letzte Etappe war die deutlich längste mit 28 Kilometern. Sie führte weg vom Lech, an drei Seen vorbei. Der bekannteste davon war der Alpsee, denn dieser ist der See, auf den man von den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau aus schaut. Um diesen See liefen wir zu etwa zwei Dritteln herum und waren dabei wieder nach Deutschland gelangt.

Der Lechweg endet am Lechfall bei Füssen. Es hatte tüchtig geregnet – viel über Nacht, aber auch unterwegs (wobei wir Glück hatten und gut die Hälfte des Weges trocken blieben). Am Lechfall sah man jedoch, dass derzeit echt viel Wasser im Fluss ist, so stark war die Strömung und rauschte der Fall. Erst nach 18 Uhr erreichten wir das Hotel, nach insgesamt 7 Stunden in Bewegung (diese Zeit nennt Komoot, die App, die wir wie üblich unterwegs für Kartenmaterial und Orientierung verwenden) und eigentlich zu wenigen Pausen – letzteres dann doch dem Regen geschuldet.

Am Verlängerungstag in Füssen standen DIE Schlösser auf dem Programm: Neuschwanstein und Hohenschwangau. Sofort mit der Buchung unseres Wanderprogramms hatten wir uns Tickets gekauft. Eine frühe Führung in Neuschwanstein bedeutete an diesem Tag, dass wir im Nebel bergauf liefen und so noch nicht viel vom Schloss sahen.

Bei der Führung selbst durfte nicht fotografiert werden, daher gibt es hier keine Impressionen vom Inneren des Schlosses. Es war jedenfalls sehr romantisch. Und irgendwie konsequent: Ludwig II. war ja großer Wagner-Fan, und so knüpfte der Besuch hier an unsere Wagner-Erlebnisse an… inklusive künstlicher “Venusgrotte“, die sich Ludwig in Anlehnung an Wagners Tannhäuser hatte einrichten lassen.

Nach der Führung gönnten wir uns eine Kaffeepause – was ein perfektes Timing ergab. Denn so erreichten wir die Marienbrücke, nachdem der Nebel sich gelichtet hatte. So konnten wir es den Millionen von Touristen aus vergangenen Jahrzehnten gleichtun und klassische Fotos vom Schloss schießen, von denen es unten natürlich eines zu sehen gibt.

Schließlich blieb genug Zeit, um gemütlich zum anderen Schloss hinüber zu spazieren, denn mittags hatten wir den Slot für die Führung in Hohenschwangau gebucht. Zunächst gab es Foto-Möglichkeiten von außen. Drinnen wieder Fotoverbot, so dass ich nur kurz berichten kann, dass die Führung wieder Spaß gemacht hat, ich aber keine visuellen Eindrücke teilen kann. Was mich persönlich fasziniert hat, mag profan erscheinen: Es waren auch ein frühes Telefon, sowie ein Aufzug vom Anfang des 20. Jahrhunderts zu sehen, die Prinzregent Luitpold hatte installieren lassen.

Zum Abschluss unseres Urlaubs haben wir nachmittags einen Spaziergang durch die Füssener Altstadt unternommen. Dabei haben wir uns einfach ein wenig treiben lassen und dabei schöne Gassen erforscht. Morgen geht es mit dem Zug nach Hause. Und wir planen den nächsten Wanderurlaub, denn diese Form der aktiven Entspannung – oder entspannten Aktivität? – hat uns auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen.

Als letztes noch Statistik: Der Lechweg ist etwa 125 Kilometer lang, von den sieben Etappen war nur die letzte wirklich lang – auch mit sechs statt sieben Etappen hätten wir dies gut bewältigen können. Allerdings haben wir es sehr genossen, so auch nachmittags nach Ankunft am Etappenziel auch etwas Zeit zum Lesen zu haben. Gebucht hatten wir die Unterkünfte und den Gepäcktransport dieses Mal bei Klein‘s Wanderreisen und sind mit unserer Wahl sehr zufrieden. Vielen Dank an euch alle, die hier mitlesen und natürlich besonderen Dank für die Kommentare!

Hängebrücke Nummer 2 bei Etappe 6
Unterwegs am Lechufer mit Hinweis auf den gut gefüllten Fluss nach ausgiebigen Regenfällen.
Blick vom Alpsee von der letzten Etappe aus.
Fast am Ziel des Lechweges kamen wir an dieser modern anmutenden Kapelle vorbei.
So, und jetzt voller Kitschfaktor: Neuschwanstein von der Marienbrücke aus fotografiert…
Brunnen im Schlossgarten von Hohenschwangau: Nomen est Omen.
Hohenschwangau.
Und noch einmal Hohenschwangau.

Lechweg: Tagesetappen 4 und 5

Weitgehend trocken blieben wir auf diesen beiden Etappen. Die Höhepunkte: Am Morgen der dritten Etappe sahen wir tatsächlich Steinwild! Wir waren vermutlich die ersten Wanderer auf dem Weg zur Holzgauer Hängebrücke, und kurz vorher oberhalb an einer Wiese sahen wir das Tier, das uns zwar bemerkte, aber offensichtlich entschied, dass wir auf die Entfernung keine Gefahr darstellen.

Die Hängebrücke selbst, gut 100 Meter lang, war somit nicht das erste, aber natürlich dennoch ein Highlight des Tages! Über die Schlucht führte sie, mit Blick nach unten und unter einigem Schwanken. Nichts für Menschen mit Höhenangst – aber natürlich sehr faszinierend und spektakulär.

Ich mach es heute kurz. Wir hatten nach diesen Höhepunkten am frühen Morgen einfach zwei schöne Etappen, dank trockenem Wetter auch mit erholsamen Pausen. Zwei Etappen mit jetzt je mehr als 20km warten noch auf uns, sowie ein Verlängerungstag am Ziel. Und nun zu den Impressionen…

Erster Blick auf den Ort Holzgau zu Beginn der Etappe…

… und ein zweiter Blick auf den Ort Holzgau, man sieht, das Wetter meint es ganz gut, vor allem trocken, mit uns.
Ziemlich weit weg, deshalb eher unscharf, aber doch eindeutig Steinwild (Steinbock).
Hängebrücke auf der einen Seite …
… auf der Hängebrücke (die geforderte Schwindelfreiheit war ernst gemeint!) …
… und Hängebrücke auf der anderen Seite. Hier aber mit Steinbock nur aus Holz.
Blick von unterwegs auf den Lech.
Ein Wasserfall darf auch mal wieder sein, oder?
Und bei der letzten Pause am dritten Tag: Rast bei der Kapelle.

Lechweg: Tagesetappen 1 bis 3

Ein weiteres Mal sind wir auf einem Weitwanderweg. Nach dem Hermannsweg ist es das erste Mal, dass wir in einem Jahr ein zweites Mal auf Wanderschaft gehen. Wir sind dieses Mal zu zweit unterwegs – und haben den Lechweg ausgewählt.

Voriges Jahr waren wir ziemlich genau zur selben Zeit auf dem Salzalpensteig unterwegs und hatten im Großen und Ganzen sehr viel Glück mit dem Wetter. Jetzt auf dem Lechweg ist es um einiges kälter, und wir haben eher die Aussicht auf täglichen Regen. Doch wir lassen uns nicht abhalten. Im Gegenzug haben wir den Weg praktisch für uns…

Die ersten beiden Nächte haben wir in Lech am Arlberg verbracht. Bereits um 7 Uhr am Sonntag fuhr unser ausgewählter Zug, der uns sogar von Wiesloch-Walldorf direkt nach Langen am Arlberg brachte, wo wir den Bus weiter nach Lech nahmen. Dadurch hatten wir bereits den Nachmittag zur Einstimmung auf den Urlaub.

Die erste Wanderetappe ist mit dem Bus von Lech aus erreichbar. Beim Formarinsee ist die Quelle des Lech, und wir werden entlang dieses Flusses bis zum Lechfall bei Füssen laufen – mal näher am Fluss, mal oberhalb.

Jedes Stück blauer Himmel wird natürlich bejubelt, und so geben die Fotos vielleicht einen nicht ganz richtigen Eindruck, denn darauf ist das Wetter eher besser – bei Regen zücke ich das Handy eher seltener … (und ja, alle Fotos sind wie auch sonst vom Handy, denn dann kann ich die Fotos am einfachsten hier einbinden.)

Der Fluss hat jetzt, nicht zuletzt wegen der Regenfälle, einen guten Füllstand und rauscht munter vor sich hin. Viele kleine Bäche und Ströme fließen hinein, und mancher Wasserfall bietet eine tolle Kulisse. Der Blick auf die Berge zeigt, dass es bereits Schnee gegeben hat. Nur am ersten Tag waren wir hoch genug, um tatsächlich auch Schnee “anfassen“ zu können – eine durchgehende Schneedecke war das aber auf nicht ganz 1.800 Meter am Formarinsee noch nicht.

Am zweiten Tag, als wir Lech bei leichtem Nieselregen verließen, konnten wir jedoch gut sehen, dass es über Nacht erneut ab einer bestimmten Höhe geschneit hatte. Wir waren aber unter der Schneefallgrenze und werden es wohl auch bleiben. Schließlich folgen wir dem Fluss ja bergab – was wandertechnisch bedeutet, dass wir einige hundert Meter mehr bergab als bergauf laufen. Insgesamt ist der Lechweg deutlich einfacher zu laufen als voriges Jahr der Salzalpensteig.

Der Formarinsee. Der Lech hat hier seine Quelle, und der Lechweg beginnt hier. Das Wetter war hier noch super, so dass wir zuerst den See umrundeten und erst dann die erste Etappe starteten.
Wasserfallbilder wird es noch mehr geben, hier eines von der ersten Etappe…
Echtes Steinwild kriegt man natürlich nicht zu Gesicht, aber es wurde hier liebevoll wieder angesiedelt.
Dieses Mal ist es ein weißes “L“ auf schwarzem Grund, das uns den Weg weist. Bisher war die Beschilderung ausgesprochen gut!
So sieht das mit der Schneefallgrenze aus – und wenn man genau hinsieht, lugt auch etwas blauer Himmel hervor. Hätte das Bild eine Tonuntermalung, wäre unser Jubel zu hören… (siehe Text oben).
Fluss und Wasserfall, und das Nebelartige zeigt, dass es heute doch eher nass war… Zum Glück nur in Form von leichtem Regen, doch das ging leider zu Lasten der Pausen, die einfach bei Regen kürzer ausfallen…
Und schließlich noch etwas Impression entlang des Weges. Zur Hochsaison ist garantiert sehr viel mehr los… Wir haben hingegen auf 18km nur zwei Mal Wanderer getroffen.

Kampanien: Capri, Vesuv, Herculaneum

Die letzten beiden Tage unseres Urlaubes sind nun herum. Einen ganzen Tag widmeten wir der Insel Capri. Als Tagesgäste besuchte unsere Gruppe die Insel, besichtigte zunächst in Anacapri eine Villa (von dort der einen Blick). Besonderes Kleinod: Die Kirche San Michele mit dem reich verzierten Fußboden. Vom Stil her zwar ganz anders, von der Faszination aber (beinahe) vergleichbar mit dem Dom von Siena, der aber natürlich viel größer ist.

Uns stand einige Zeit individuell zur Verfügung, und wir nutzten diese zum Wandern . Der Weg führte uns in den Osten der Insel zum Steinbogen Arco Naturale.

Der letzte Tag hatte noch drei Programmpunkte. Der Besuch der Villa di Oplontis führte uns zu einem sehr gut erhaltenen großen Grundstück mit ausgiebigen Wohnanlagen. Schöne Fresken und Mosaike, zusammen mit einem gut restaurierten Garten – natürlich nicht mit antiken Pflanzen, aber es wurde anhand der Wurzeln festgestellt und geforscht, was hier gewachsen war und entsprechend bepflanzt. Insgesamt sehr sehenswert. Auch sah man gut, wie hoch alles verschüttet war, und ein Teil des Grundstücks kann nicht mehr ausgegraben werden, da dort die Straße verläuft.

Bis zum Mittagessen stand der Vesuv auf dem Programm. Bis zum Krater konnte man hoch laufen. Auch sehenswert: Die Aussicht von Neapel bis Capri – also nochmal der Blick auf viele der Orte, die wir im Laufe der letzten Woche besucht haben.

Und der Ausblick auf den letzten Programmpunkt des Urlaubs: Herculaneum. Kleiner als Pompeji, aber besser erhalten, denn es kamen hier einfach andere Sachen vom Himmel. So wurden auch etwa organische Materialien wie Holz oder Nahrungsmittel erhalten und geben Ausschluss über solche Bereiche des Lebens. Auch hier, wie in Pompeji, konnten wir uns einerseits einen Eindruck verschaffen, wie der Ort insgesamt aufgebaut war. Anderseits konnten wir wieder eine Reihe von Gebäuden, vom einfachen Wohnhaus über größere Villen bis hin zu Kult- und Sportstätten besuchen. Immer mit Blick auf Details, auf die uns unsere Reiseleiterin hinwies.

Unser sehr ereignisreicher Urlaub geht nun zu Ende. Morgen geht es zurück nach Deutschland. Den Streik der Piloten haben wir wohl knapp verpasst.

Was waren die Höhepunkte? Schwer zu sagen. Die antiken Stätten hatten uns wohl am meisten gereizt und hatten es daher leicht uns zu begeistern. Auf jeden Fall waren diese die Reise wert. Doch auch das mittelalterliche Kampanien hat viele reizvolle Eindrücke gegeben. Wer wusste etwa, dass die Normannen hier ein Kapitel in der facettenreichen Geschichte geschrieben haben? (Tipp: Spielen bildet… – da kommt das Mittelmeer als Ziel der Wikinger tatsächlich vor!)

Ganz überraschende und dadurch besonders begeisternde Eindrücke waren die Kirche auf Capri, von der es unten ein Foto gibt, die versteckten Treppen in Amalfi, tatsächlich heute auch die Villa di Oplontis, und vieles mehr. Wir haben noch viel nachzulesen!

Insgesamt ein sehr schöner Urlaub, aus dem wir noch einen Tipp ganz anderer Art mitnehmen, denn wir hatten das Vergnügen, uns intensiver mit Mitreisenden austauschen, die auch diesem Blog lesen (liebe Grüße und besten Dank!). Folgenden Tipp erhielten wir für einen wissenschaftlich fundierten Ausflug ins Mittelalter: Geschichtspark Bärnau. Ist hiermit vorgemerkt 🙂

Blick von Capri
Capri: Arco Naturale
Kirche San Michele auf Capri
Villa di Oplontis
Am Vesuv
Herculaneum
Mehr Herculaneum
Und noch eine Innenansicht im Herculaneum

Kampanien: Amalfi, Ravello, Salerno, Paestum

Eigentlich verspricht der Titel mehr als das Posting halten kann, jedenfalls was die visuellen Eindrücke angeht. Denn nur zu Amalfi und Paestum gibt es unten Bilder. Da es gestern kein Posting gab, geht es heute um das Programm von zwei Tagen.

Gestern sind wir die Amalfitana entlang gefahren, die Küstenstraße nach Amalfi. Der Ort liegt am Meer und reicht steil den Berg hinauf. Der Dom ist dem heiligen Andreas gewidmet, den wir eher aus der Fahrschule kennen durch das Andreaskreuz. Durch verschlungene Wege mit durchaus schweißtreibenden Treppen hinauf durften wir tolle Ausblicke auf den Ort und die Küste genießen. Es lebe das Kartenmaterial von Komoot – nur so trauten wir uns weiter hinauf, denn an so mancher Stelle hätten wir sonst vermutet, dass der Weg in eine Sackgasse oder zu Privatbesitz führt.

Weiter den Berg hoch ging es nach Ravello zu zwei Villen. Die Villa Rufolo soll Richard Wagner mit Inspirationen für seinen Parsifal versorgt haben. Von der Villa Cimbrone aus gab es nochmals schöne Aussicht über die Küste.

Heute schließlich standen Salerno und Paestum auf dem Programm. In Salerno besichtigten wir die Kirche mit mittelalterlichen und barocken Elementen, dort habe ich – wie in Ravello – aber nur mit der großen Kamera fotografiert.

Wirklich begeistert hat mich Paestum. Hier geht es um die vorrömische Zeit. Im Museum sind Gräber der lukanischen Nekropolen ausgestellt. Vor allem die Malereien in den Gräbern waren sehr sehenswert. Als Foto habe ich einen Dämon ausgewählt.

Die Ausgrabungsstätte von Paestum hat als Blickfang (und faszinierendes Fotomotiv) insgesamt drei Tempel zu bieten, die wir natürlich ausführlich angesehen haben. Doch wie in Pompeji ist auch der Spaziergang über das Gelände wirklich reizvoll, wenn auch kaum bildlich zu vermitteln. Denn nur so kann man die Struktur und Ausdehnung der Ansiedlung erfassen: Wo verliefen die Straßen? Welche zentralen Orte wie Forum, Tempel, etc. gibt es?

Und schließlich hatten wir ehrlich gesagt echt Glück. Denn der Tag begann regnerisch. In Salerno war daher wenig auf den Straßen los, so dass der Stadtbummel fast ein wenig trist erschien (alles halb so schlimm, ein Café an der Bar gab frische Energie…). Doch der Spaziergang durch Paestum stand dann unter einem guten Stern… ähm, natürlich dem der Sonne, und auf den Fotos kommt ja auch schon wieder blauer Himmel durch. Ein bisschen Abkühlung ist aber auch durchaus willkommen…

Dom von Amalfi
Dächer von Amalfi
Blick von Amalfi
Museum in Paestum: Lukanische Nekropolen mit Fresken
Paestum: Ausgrabungsstätte mit drei Tempel griechischen Ursprungs zwischen ca. 550-450 v.Chr.
Paestum: Mehr Tempeldetails
Immer noch Paestum
Und zum Abschluss für heute noch einmal Paestum

Kampanien: Pompeji

Einen Tag in Pompeji verbringen. Das heißt auch: Einen Tag in der Sonne, mit wenig Schatten, bei über 30 Grad (im Schatten gemessen, wohlgemerkt).

Der Rundgang mit vielen exzellenten Erklärungen ging entlang der Straßen. Wir erhielten also einen guten Eindruck der Größe der Stadt. Zentrale Orte wie Tempel, Forum als Ort des politischen Geschehens und des Handels mit dem Marktplatz standen ebenso auf dem Programm wie Geschäfte und Wohnhäuser.

Vieles ist exzellent erhalten, aber man darf sich keiner Illusion hingeben. Dächer und obere Stockwerke der Häuser waren durch den Ausbruch des Vesuv doch stark zerstört. Trotzdem erhielt man gute Eindrücke von den Grundrissen, der Lage und Verzierung der Häuser. Mosaike und Fresken sind zum Teil erhalten. Manches wurde abtransportiert und ist nun im Museum (oder gar nicht mehr) zu sehen. Heute würde sicher anders vorgegangen.

Sehr gut: Wir hatten bereits gestern im Archäologischen Museum sehr viel gesehen. Dies konnten wir nun direkt in Verbindung bringen mit dem, was wir vor Ort gesehen haben.

Mit vielen Erklärungen durch die kompetente Führung erfuhren wir ganz sicher viel mehr als wir uns selbst hätten anlesen können. So etwa zu den Brunnen, deren Verzierungen mit unterschiedlichen Tieren auch Orientierung geben konnten.

Exemplarisch hier einige visuelle Eindrücke. Hier auch der Track auf Komoot mit Fotos (der Link sollte ohne Registrierung tun – falls nicht, bitte Bescheid geben!).

Auf dem Forum
Straßenecke mit Brunnen
Mosaik in einem Wohnhaus
Hatten im Innenhof eines Wohnhaus

Neapel: Kunst, Antike, Kirchen, Gassen

Von zwei Tagen in Neapel habe ich zu berichten. Gestern begannen wir den Tag mit einer Busfahrt zur Nationalgalerie auf dem Capodimonte. Hiervon habe ich auf dem Handy nur eine Außenansicht. Die Bilder gaben einen Querschnitt durch Renaissance bis hin zu Barock und entlang der Geschichte Neapels, die von verschiedenen Wechseln in der Herrschaft geprägt ist. Vor allem diverse Karls gaben sich über die Jahrhunderte die Klinken in die Hände bzw. die Kronen weiter.

Von dort ging es weiter zu den Katakomben des Heiligen San Gennaro, der Stadtheilige von Neapel. Dort wurden seit dem 3./4. Jahrhundert Bestattungen vorgenommen, es gibt auch eine frühe Basilika. Erhalten blieben manche Fresken.

Nachmittags spazierten wir durch Neapel und erhielten nochmal einen geschichtlichen Überblick, dieses Mal entlang der Herrscher.

Heute war die erste Tageshälfte dem Archäologischen Nationalmuseum gewidmet. Statuen, Mosaike, Fresken, kleinere Gegenstände vor allem aus Pompeji und Herculaneum sind dort ausgestellt. Das gab auch einen Ausblick auf morgen, wenn es nach Pompeji geht.

Am Nachmittag ging es nochmal durch viele Gassen in der Altstadt, zu Ausgrabungsbereichen unter der Stadt, die zeigen, wie römische Geschäfte und Straßen verliefen. Und es ging in drei verschiedene Kirchen mit gotischem bis barockem Baustil. Insgesamt ein recht langer, aber sehr eindrucksreicher Tag!

Gemäldegalerie Capodimonte von außen
Kurzer Sprung, denn hier waren wir erst nachmittags: An der Front des Palazzo Reale sind acht der Herrscher als Statuen verewigt, hier Alfons V. und Karl V. (ja, der von Spanien).
Katakomben di San Gennaro von Neapel
Fresko in den Katakomben
Archäologisches Nationalmuseum Neapel
Fresken aus Pompeji im Archäologischen Museum
Mosaik im Museum
… und Skulpturen ebendort.
Sowie Spaziergang durch die Gassen Neapels.

Neapel und Kampanien: Erster Rundgang und Pozzuoli

Wir sind gut in Neapel angekommen! Am Flughafen in Frankfurt war alles völlig stressfrei, kurze Schlangen, Koffer kamen an, also insgesamt nix zu spüren von Problemen.

Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung, dies haben wir für einen ersten Spaziergang durch Neapel genutzt. Die typischen Gassen haben uns gleich fasziniert, ein leckeres Eis wurde glücklich aufgegessen, denn das beste Eis gibt es einfach direkt in Italien… und der Blick auf den Vesuv rundete den Spaziergang ab. Abends erstes Kennenlernen mit der Reisegruppe mit gutem Eindruck.

Heute ging es in Richtung Pozzuoli nördlich von Neapel. Dort lernten wir im Zusammenhang mit den Phlegräischen Feldern die Vokabel des Tages: Bradyseismos. Das ist laienhaft gesagt ein Phänomen, bei dem sich die Erde durch vulkanische Aktivitäten hebt und senkt.

An Besichtigungen standen Rione Terra, die Altstadt, die erst kürzlich nach aufwändigen Restaurationen wieder hergestellt wurde. Zuvor musste sie wegen Bedrohungen durch den oben genannten Bradyseismos evakuiert werden. Unter der Altstadt sind Straßen und Mauerwerke der römischen Zeit freigelegt und zugänglich gemacht worden. Eine erste Einstimmung auf Pompeji und Herculaneum, die uns noch erwarten.

Die Stadt hat auch ein Amphitheater, das zwar kleiner als das Colosseum in Rom ist – aber Zugang zum Bereich unter der Arena ermöglicht. Also in die Gänge, durch die Gladiatoren liefen oder nach der Vorstellung abtransportiert wurden. Es war eben jeder Kampf eine, ähm, Premiere. Unter dem Amphitheater hätte ich gut und gerne noch eine Weile fotografieren können. Perspektiven und Lichteinfall waren wirklich faszinierend. Peter und ich sind beide mit guten Kameras ausgestattet. Kleines “Problem“: Ich mache daher weniger Fotos mit dem Handy, es gibt hier also vielleicht nicht sooo viele direkte erste Eindrücke.

Abends waren wir im Spanischen Viertel, also dort, wo die beinahe klischeehaften Gassen sind, essen. Es ist Samstag, und so waren viele Neapolitaner unterwegs, es gab also auch viele vorbeiziehende Menschen zu beobachten.

Blick auf den Vesuv
Typische enge Gasse im Spanischen Viertel
Pozzuoli
Unter dem Amphitheater von Pozzuoli

Viel erlebt seit dem Hermannsweg

Die Überschrift sagt es schon: Wir durften wieder viel erleben! Hier ein kleiner Schnelldurchlauf, bei dem ich bestimmt noch das eine oder die anderen vergesse. Achtung, es wird ein langer Text… im Zweifelsfall einfach nach unten scrollen, ein paar Bilder anschauen und so auch einen Eindruck erhalten…

Zuerst möchte ich die vielen tollen Besuche nennen, die wir entweder selbst abgestattet oder durch andere erhalten haben. Wir haben uns über jedes dieser Treffen sehr gefreut! Und hoffentlich liegt nicht wieder so viel Zeit zwischen uns bis zum nächsten Wiedersehen! Ganz herzliche Grüße nach Altheim, nach Bremerhaven, nach Soest, nach Zossen, und hier im Umfeld an gleich eine Reihe von lieben Menschen!

Wir waren unterwegs. Zunächst ein paar Tage in Hamburg. Dort durften wir ein Konzert in der Elbphilharmonie genießen. Gegeben wurde ein Orgelkonzert von Naji Hakim. Ich muss zugeben, diesen Künstler hätte ich vermutlich nicht kennen gelernt, wenn sich nicht die Kombination aus Datum und dem Wunsch des Konzertbesuches ergeben hätte… (noch dazu hatten wir die Karten eigentlich für ein Konzert mit Klavier und Orgel gekauft, das coronabedingt abgesagt und durch dieses Konzert ersetzt wurde). Aber auch das ist etwas, was wir seit Anfang 2020 nicht mehr hatten: Sich auf etwas einlassen und sich überraschen lassen. Beim Theaterabo erlebt man auch immer wieder Kultur, die man sonst nicht gezielt aussuchen würde. Jedenfalls insgesamt ein tolles Ereignis!

Ansonsten haben wir uns Hamburg erlaufen, eine Hafenrundfahrt unternommen und einige Stunden in der Kunsthalle verbracht.

Für mich ging es weiter zu meiner Freundin, die ich am längsten kenne – noch von Schulzeiten. Von Hamburg nach Bremerhaven mit dem 9 Euro Ticket, und dort vor Ort haben wir einfach vor allem die Zeit zerbracht, um viel zu sprechen, uns gemeinsam an eins zu erinnern und einfach ein wunderbares Wochenende miteinander zu verbringen.

Für mich ging es dann noch weiter. Nach Berlin fuhr ich ohne Peter, verbrachte dort ein paar Arbeitstage in der Berliner SAP-Niederlassung. Karten für die Philharmonie (Händel: Israel in Egypt) und die Staatsoper Unter den Linden (Puccini: Turandot) hatte ich vorab gekauft. Doch schon wieder: Planänderung durch Corona. Das Konzert in der Philharmonie wurde abgesagt. Macht nix, es gab genug zu erleben, so die Fête de la Musique mit Straßenkünstlern am 21.6. Und die Turandot hat dann tatsächlich stattgefunden und war super.

Einen kompletten Tag hatte ich dann noch zur freien Verfügung. Mein Plan: Tageskarte für die Museumsinsel kaufen und schauen, wie weit ich komme. Ähm, es wurden dann insgesamt 5 Museen… Wobei das letzte nur vielleicht zählt, ich bin kurz nach 17 Uhr noch ins Bode Museum gegangen, obwohl ich nach dem Pergamon-, dem Neuen Museum, der Gemäldegalerie und dem Pergamon Panorama (der Pergamon Altar ist derzeit nicht zugänglich, stattdessen gibt es eine separate Ausstellung mit 360 Grad Panorama – aus meiner Sicht kein Muss…) schon ziemlich platt war…

Als Abschluss gab es einen Besuch in Zossen, auch hier wie in Bremerhaven stand das Treffen mit lieben Menschen im Mittelpunkt.

Ganz ohne Bilder muss unser Mega-Kultur-Projekt auskommen. Im Januar veröffentlichte das Nationaltheater Mannheim sein Programm. Dabei: Als letzte Aufführungen vor dem großen Umbau (für etwa fünf Jahre geht es jetzt erstmal in Ersatzspielstätten) und zum Abschied des Generalmusikdirektors Alexander Soddy, der nach Wien weiterzieht, gibt es einen kompletten Zyklus Ring des Nibelungen! Nun sind wir mit Wagner nie so warm geworden – aber wann wenn nicht in Mannheim sollten wir es wagen? Also Karten gekauft. Vier Termine, alle im Juli, ca. im Wochenabstand. 16 Stunden Oper. Und was soll ich sagen: Es war ein absolut krasses Erlebnis! Wir haben uns an allen vier Terminen die gut 45minütigen Einführungen angehört, was super hilfreich war, zum Verständnis immens beitrug und uns so den Einstieg wirklich unterstützte. Absolut intensives Gesamterlebnis, und wir müssen unser Verhältnis zu Wagner völlig überdenken.

… gesagt getan, man muss in momentanen Zeiten einfach beherzt zur Tat schreiten, wer weiß, ob es wieder lange Lockdowns oder was auch immer gibt. Jedenfalls: Wir waren bei den Bayreuther Festspielen und haben eine Vorstellung von Tannhäuser besucht. Auch das eine absolut intensive Erfahrung, denn die Festspiele an sich sind ja schon ein echtes Happening, mit zwei Pausen à einer ganzen Stunde, so dass bei Beginn um 16 Uhr die Rückkehr im Hotel doch erst um fast 22 Uhr ist. Dort nahmen wir noch eine vorher reservierte Brotzeit ein und purzelten dann müde, aber glücklich ins Bett.

Und zwischendurch war noch das Mittelalterfest in Angelbachtal, auf das wir uns auch sehr gefreut hatten. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, in Gewandung dorthin zu gehen. Auch dies wieder super – und heiß ersehnt, nachdem es drei Jahre dauerte, bis wir wieder hin durften…

Und nun noch der Ausblick, denn mit diesem Beitrag arbeite ich sozusagen nur noch schnell all das ab, was seitdem passiert ist: Denn morgen geht es in den Urlaub. Auf dem Programm stehen Neapel und Kampanien. Und weil dort so viel ist, was wir sehen möchten, haben wir uns das zweite Mal seit unserer Griechenlandreise 2010 für eine Kulturreise mit Studiosus entschieden. Zu dritt zusammen mit Stefan geht es morgen los, so dass es hier in den nächsten Tagen gleich weitergeht…

Elbphilharmonie
Mehr Elbphilharmonie draußen…
… und Elbphilharmonie drinnen.
Kunsthalle Hamburg
Und Wechsel nach Berlin
Turandot in der Staatsoper Unter den Linden
Pergamon Museum ohne Pergamon
Auf der Museumsinsel mit Blick auf Nofretete
Museumsinsel, es war ein langer, inspirierender Tag!
Endlich wieder Mittelaltermarkt in Angelbachtal
Unter dem zuschauenden Volk beim Ritterturnier
In der ehrwürdigen Halle: Festspielhaus Bayreuth: Bevor Tannhäuser beginnt…
Opern-Immersion: Performance von Venus und ihrer Crew als Teil der Inszenierung
Nach der Aufführung: Brotzeit um 22 Uhr

Soest

Nach unserer Wanderung auf dem Hermannsweg machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Soest. Freunde von uns wohnen dort. Zunächst haben wir zu viert einen wunderbaren und informativen Rundgang durch die Stadt unternommen. Das Wetter wurde dabei immer schöner.

Doch der Höhepunkt stand noch bevor. Denn just an diesem Abend war doch eigentlich die mittelalterliche Stadtführung geplant. Ausgerichtet wird diese von den Soester Mittelalterfreunden e.V. – in dem unsere Freunde sehr aktiv sind. Diese Aktivitäten haben wir bisher lesend verfolgt und durften sie dieses Mal live erleben. Da wir ja selbst zumindest als Zuschauer gerne etwa beim Mittelalterfest in Angelbachtal sind, waren wir natürlich total begeistert.

Nochmal ganz herzlichen Dank an Simone und an Jost (übrigens der aktivste Kommentator hier – auch dafür besten Dank!) für die Gastfreundschaft und die wunderbare Zeit in Soest!

Fachwerk, Kirchen, und bei unserem Besuch bestes Wetter
Aus Kirschblüte folgt Blütenteppich
Mehr Fachwerk (und eine Kirche lugt hervor)
Dieses Mal Fachwerk mit Wehrturm
Unter dem Osthofentor: Blick in die Altstadt
Am hübschesten fanden wir die Hohnekirche mit ihren Decken- und Wandmalereien.
Besonderer Höhepunkt: Die mittelalterliche Stadtführung „Gassen-Intermezzo“
Bei der unser Gastgeber auch eine Rolle spielte
Mit Anekdoten: Wie wurde das Pumpernickel erfunden – und benannt?
Kleiner Disput zwischen Waschweibern und Stadtwache …