Entlang der Rienz ging es ab Brixen weiter aufwärts Richtung Bruneck und Toblach durch schöne Wälder. Hinter Bruneck begann dann noch ein längerer Anstieg auf über 1.000 m, der sich aber lohnt, denn endlich zeigen sich die Dolomiten. Bekanntlich gelten die Dolomiten als Caspar David Friedrich der Alpen. Ich meine: zu Recht!
Mein Hotel lag auf halber Strecke zwischen Bruneck und Toblach in Olang, einem typischen kleinen Südtiroler Ort. Mit Olang wechselte aber auch der Charakter der Tour. Bisher ging es meistens bergauf. Ab jetzt geht es überwiegend bergab.
Am Morgen ging es noch ein paar Meter bergauf bis Toblach, dann weiter auf dem Drauradweg. Die Drau entspringt direkt bei Toblach und strömt anschließend munter bergab. Man könnte den ganzen Weg bis Lienz ohne Pause fahren. Das verhindern allerdings die immer wieder wilddramatisch auftauchenden Dolomitenpanoramen. Trotzdem bin ich dank meines 1-PS-Antriebs (Peterstärke), der Kaiserschmarrnwitterung aufgenommen hat, recht flott in Lienz angekommen.
Morgen geht es weiter bergab bis Spittal. Dort wäre es schon möglich, nach Norden der Via Adria Richtung Salzburg zu folgen. Ich möchte sie aber zunächst noch etwas weiter nach Süden erkunden. Deshalb geht es von Spittal mit dem Zug für zwei Nächte nach Tarvis.
Worauf diese Katze am Ende einer Brücke wohl hindeutet?Aha!Insgesamt waren es drei komplett mit Katzen gestaltete HäuserErster Blick auf die DolomitenNoch mehr DolomitenDie Anden
Auf meiner Tour folge ich einigen Flüssen. Direkt am Bahnhof von Donauwörth überquerte ich die Donau. Dann ging es von Füssen bis Reutte entlang des Lech. Bei Ehrwald traf ich kurz auf die Loisach, hinter dem Fernpass folgte ich dann längere Zeit dem Inn.
Der Reschenpass gehört zum Hauptalpenkamm, der Klima, Vegetation und Gewässer zwischen Nord und Süd trennt. Ab hier ging es entlang der Etsch weiter, vorbei am schönen Meran bis ins heiße Bozen. Bozen liegt auf knapp 250 m Höhe, am Tag zuvor war ich noch auf etwa 1.500 m. Die Abfahrt ließ sich diesmal wirklich genießen. Auf der gesamten Strecke gibt es vom Autoverkehr getrennte asphaltierte Radwege. Selbst Gefälle von über 20 % lassen sich locker fahren. Nur gelegentlich wurde ich vom Radar für Fahrräder angeblinkt, wenn ich erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritt.
In Bozen trennte ich mich von der Via Claudia Augusta und folgte nun bergauf dem Eisack, bei dem nicht ganz klar ist, ob das s zur ersten oder zweiten Silbe gehört.
Ziemlich am Ende meiner Kräfte endet der erste Teil der Tour in Brixen auf rund 500 m Höhe. Hier verbrachte ich einen geruhsamen Ruhetag. Das mittelalterliche Brixen hat kühle Stadtmauern, viel Schatten und gleich zwei kühlende Flüsse zu bieten.
Dem Eisack folgend käme ich über den Brenner bis nach Innsbruck.
Ich fahre morgen aber weiter nach Osten entlang der Rienz. Die Tour wird nicht lang, hat aber wieder einige Steigungen. Um möglichst viel der Morgenkühle zu nutzen, bietet es sich an, früh zu starten. Glücklicherweise ist mein Hotel auf Radfahrer im Sommer eingestellt und bietet Frühstück bereits ab 6:30 Uhr an.
Blick vom Nordufer des Reschensees nach SüdenBlick vom Südufer des Reschensees nach Norden.Blick vom Südufer des Reschsees nach Süden. Nicht zu sehen liegt in der Ferne Meran.Mein Hotel in Meran – sehr stilvoll aber ohne Klimaanlage.Blick nach Süden, kurz hinter Meran..Der erste Tunnel. Ab jetzt führt der Weg oft entlang stillgelegter Eisenbahnstrecken, was genauso komfortabel ist, wie es sich anhört.Schattiger Rastplatz mit Blick auf die Hitze am Ende des Tunnels.BrixenBrixen bietet alles – inklusive Elefant und Seilbahn.Noch eine Impression von Brixen
Der heutige Text beschreibt nur das Mühsal des Passfahrens und Ärger mit einem Autofahrer. Die Etappen wahren anstrengenden aber schön. Wer mag kann direkt zur Bildergalerie scrollen.
Ich bin der Bummelzug unter den Alpenüberquerern. Das hat eine Reihe von Gründen: kein Elektromotor, kein Rennrad, Gepäck für zwei Wochen, bescheidenes Trainingsniveau und manchmal alles davon gleichzeitig. Das ist aber nicht weiter schlimm. Zumindest die anderen Radfahrer und die meisten Kraftfahrzeuge nehmen gerne Rücksicht.
Nur ein Porschefahrer mit Dyskalkulie musste mich am heutigen Pass mit 15 cm statt 1,5 m Abstand in einer Baustelle überholen und zwang mich zum Anhalten. Wahrscheinlich war er mit dem Verbrennen fossiler Brennstoffe (brumm, brumm, brrrrrrummmm) so beschäftigt, dass er zu keinen anderen Aktivitäten mehr fähig war.
Das ist auch der offensichtliche Nachteil asphaltierter Pässe: Kraftfahrzeuge.
Der gestrige Fernpass war dagegen eine Schotterstrecke durch den Wald. Einmal liegen geblieben, ist es in den steilen Abschnitten kaum möglich, wieder anzufahren. Weil dort keine Kraftfahrzeuge unterwegs sind, wird es dafür auch richtig steil.
Für mich unerwartet anstrengend war allerdings die Abfahrt über Stöcke und Geröll. Zumindest als vorsichtige Bummelbahn ist die Abfahrt fast genauso anstrengend wie der Weg nach oben. Das Gefälle betrug teilweise über 20 %.
Nach dem Fernpass ging es dann gemächlich weiter bis Landeck.
Heute stand die Norbertshöhe auf dem Programm, die direkt nach Nauders führt. Die Straße war asphaltiert: 400 Höhenmeter auf 5 km, dafür aber eine ziemlich gleichmäßige Steigung. Das ließ sich deutlich einfacher fahren als gedacht.
Morgen geht es weiter über den Reschenpass. Danach folgen gerade einmal etwa 100 Höhenmeter und anschließend rund 1.000 Meter bergab bis Meran. Glücklicherweise bin ich dort wohl fast ausschließlich auf ausgebauten Radwegen unterwegs.
Blickauf die Loisach, vor dem Anstieg zum Fernpass.Auf dem Fernpass. Die Straße verläuft 100m tiefer. Es gab eine Demo mit Straßensperrung, weshalb der Vormittag angenehm ruhig war.Abfahrt vom Fernpass. An dieser stelle hat ich schon Handschuhe angezogen und den Podcast abgeschaltet. – Dann kam der anspruchsvolle Teil.Cappucinopause im Inntal – mit Regen.Juchuu, hier durfte ich gleich doppelt durchfahren. Es gibt auch einen echten Bummelzug, der Touristen durch den kleinen Ort kutschierte (leider ohne Foto). In Österreich sind die Rdwege ausgesprochen gut beschildert und immer klargestellt, dass sie auch sonst gesperrte Strecken fahren dürfen.Blick zurück.Blick nach vorne. Die Burg am Horizont gehört zu LandeckLandeck am MorgenBlick nach SüdenNochmals AlpenDer Inn – vor dem Anstieg zur NorbertshöheBlick nach untern auf die Schweizer Grenzstation – in halber Höhe. Ein kurzes Stück führte der Weg heute auch durch die Schweiz.Geschafft: Die NorbertshöheNauders – mal wieder eine Festung
Um mal etwas anderes zu machen, als immer nur die Donau zu erradeln, begebe ich mich dieses Jahr in die dritte Dimension und plane, die Alpen zu überqueren.
Um nicht gleich alles anders zu machen, starte ich an der Donau in Donauwörth. Dort beginnt die Via Claudia Augusta, eine Radstrecke entlang einer alten Römerstraße.
Meine geplante Route ist etwas schwierig knapp zu erklären. Ursprünglich wollte ich bis zum Gardasee und dann ans Meer. Das wäre aber sowohl heiß als auch voll geworden. Deshalb biege ich in Meran gen Osten Richtung Dolomiten ab und fahre, mit einem Abstecher nach Süden und kleineren Bahnstrecken, über die Tauern zurück über die Alpen bis Salzburg.
Die beiden ersten Tage standen im Zeichen der bayerischen Tiefebene, mit ihrem berüchtigten Gegenwind.
Die erste Station war Augsburg. Leider blieb nicht viel Zeit zur Stadtbesichtigung, da ich morgens früh aufbrechen wollte, um zumindest einige kühlere Stunden zu haben. Trotzdem war der zweite Tag mit der Tour bis Schongau länger und anstrengender als geplant. Deshalb gibt es erst heute, am dritten Abend in Lermoos, einen ersten Bericht.
Morgen früh geht es wieder zeitig weiter, da der direkt vor mir liegende Fernpass gesperrt werden soll. Ich hoffe, ihn vor der Sperrung überqueren zu können.
Kenzeichen der Via Claudia Augusta. Claudia Augusta ist auch im Bild.Nach 100km: erster Blick auf die Alpen.Etwas später: bessere Blick auf die Alpen.Mein Fahrrad. Ich habe jetzt eine bergoptimierte Übersetzung (1,38m pro Umdrehung). Das hilft schon etwas. Die Berge hinter dem Fahrrad.Alpen und SeenlandschaftEin authentischer Römer. Jetzt schon in den Alpen – hinter der ersten ernsthaften Steigung.Blick auf die Zugspitze von meiner Pension in Lermoos.
Früh ging es los, um den Flug von Assuan nach Kairo zu nehmen, dann noch eine Stunde mit dem Bus nach Gizeh. Und dort stand es nun heute als Abschluss auf dem Programm: Das Grand Egyptian Museum, kurz GEM. Insgesamt wohl mehr als vier Stunden führte uns unsere Reiseleiterin fachkundig durch die Sammlung, mit großen und kleinen Highlights. Ich lasse einfach die Fotos sprechen. Wir sind ganz hin und weg und haben doch nur einen Bruchteil gesehen.
Kurz jedoch zum Fazit unserer Reise: Dieses Gefühl, vor lauter Details und Informationen kaum durchzufinden, hatten wir mehrmals. Es gibt aber auch so viel zu sehen und zu bestaunen. Die Wandmalereien und Reliefs, sowie alle vorhandenen Darstellungen vermochten uns sehr zu begeistern. Dank guter Erklärungen konnten wir auch das eine oder andere im geschichtlichen Kontext verstehen, sowie die ägyptische Götterwelt ein wenig kennen lernen. Es war absolut unmöglich, alles zu sehen, noch unmöglicher, alles zu fotografieren, sowie überhaupt völlig unmöglich, alle Details zu begreifen und sich zu merken. Trotzdem freuen wir uns natürlich darauf, im Nachgang die Fotos zu sichten, nochmal einiges nachzulesen und so den sehr ereignisreichen Urlaub Revue passieren zu lassen.
Doch nun zum GEM:
Seit November nun endlich wirklich komplett geöffnet.Blick auf die PyramidenRamses II in der EingangshalleAuch ganz kleine Figuren können einfach begeistern – hier die Katzenmama mit ihrer FamilieSarkophage mit den Augen, so dass die Verstorbenen nach draußen blicken könnenBarke des CheopsUnbestritten der Star des Museums: Tutenchamun – ein sehr großer Teil ist den Funden aus seiner Grabkammer gewidmet. Im folgenden nur zwei Beispiele.
Assuan ist wegen seines Staudammes bekannt. Zwei Sehenswürdigkeiten wurden deswegen umgesetzt – der Tempel von Philae in Assuan selbst, sowie viel weiter im Süden Abu Simbel. Beide besuchten wir, dazwischen erlebten wir das Nubische Museum in Assuan und haben auch den Staudamm selbst gesehen.
Philae ist ein weiterer Tempel aus der Ptolemäer-Zeit, der Isis gewidmet war.
Philae-TempelPhilae-Tempel-KatzePhilae: Kleiner Pavillon von/für Trajan (ob der wirklich je da war, ist nicht bekannt)
Vor den Ptolemäern, aber nach der Zeit der großen Pharaonen des Neuen Reichs gab es einige nubische Pharaonen. Im Nubischen Museum gab es Exponate von einer Ramses-Statue bis hin zur islamischen Zeit zu sehen.
Ramses-Statue im Nubischen MuseumFiguren im Nubischen Museum, die hinteren beiden stellen Seelenfiguren dar, deshalb auch die Form mit den nach hinten laufenden Flügeln.
Für unseren vorletzten Tag in Ägypten stand der Tagesausflug nach Abu Simbel auf dem Programm. Der Ramses-Tempel ist etwa 3,5 Autostunden von Assuan entfernt. Es ging also früh los und dauerte wirklich den ganzen Tag. Derzeit ist eher Nebensaison, es war also definitiv nicht überfüllt. Ramses stellte in seinem Tempel seine Errungenschaften und Kriege dar, daneben im Tempel für seine (Lieblings-)Frau Nefertari ging es mehr um die Schönheit.
Insgesamt ein sehr lohnenswerter Ausflug. Sehr monumental natürlich die Fassade mit den über 20m hohen Kolossen – aber auch innen drin die Wandreliefs mit etlichen Details, die man gerne ausführlich angeschaut hat.
Ramses-Tempel in Abu SimbelRamses besiegt seine FeindeDetail aus einem Relief für alle, denen bisher zu wenige Katzen vorkamenTempel der Nefertari – leider starb sie, bevor der Tempel fertig war.Ramses wird von Seth und von Horus zum König gekrönt.Im Nefertari-Tempel – Ramses bringt Nefertari Blumen.Detail auf dem Relief zur Schlacht von Kadesch: Reparatur der Streitwagen.
Von Luxor nach Assuan sind wir per Schiff unterwegs. Zwischenstopps gab es in Edfu am Horus Tempel und in Kom Ombo, auch hier für einen Tempel. Da hier alle Touristen per Schiff unterwegs sind, knubbeln sich in den Tempeln die Menschenmassen – alle kommen gleichzeitig und fahren in etwa gleichzeitig weiter.
Der namensgebende HorusDie Schiffe legen hintereinander an. Um zum Ufer zu gelangen, mussten wir durch sieben (!) Schiffe gehen.Tempel in Kom Ombo.Tempel in Philae.Weitere Impression vom Tempel von Philae. Wegen des Assuan-Staudamms wurde dieser Tempel übrigens versetzt. Auf seinem ursprünglichen Standort stand er nach Bau des Damms immer teilweise unter Wasser. Jetzt steht er nach mühsamer Umsetzung (im wahrsten Sinne des Wortes wurde er Stein für Stein versetzt) auf der höher gelegenen Nachbarinsel.
Im Osten leben die Menschen, im Westen sind die Toten. Jedenfalls in Luxor. Und das Tal der Könige ist eben Pflicht bei einer Ägypten Reise.
Doch vorher ging es zum Tempel der Hatschepsut. Wieder galt: Früh aufstehen hilft, und so erlebten wir diesen einigermaßen leer.
Im Tal der Könige darf man regulär drei Gräber besuchen, unsere Gruppe besuchte die von Ramses I, III und IV. Extra kostete das Grab von Sethos I, wir haben auch dieses Grab besucht und es nicht bereut.
Es ist sicher komplett illusorisch, die Impressionen irgendwie realistisch transportieren zu können, weil Bilder immer nur einen kleinen Ausschnitt zeigen können.
Man muss auch unter die Decke schauenGeflügelte SchlangeSchlange als Symbol für Zeit. Kommt hierher das Symbol der liegenden Acht für Unendlichkeit?
Dieser Beitrag steigt mit einer kleinen Übungsaufgabe ein, siehe Bildunterschrift. Die Auflösung gibt es dann ganz unten im Beitrag. Während ihr dahin scrollt, gibt es auf jeden Fall einige schöne Bildimpressionen und dazwischen – wer mag – auch etwas Text dazu.
Links. Der Fuß. Das Rätsel: Was hat es mit dem Fuß auf sich? Rechts: Peter im Luxor-Tempel, dem Ort des Geschehens, sowie zum Beweis, wo oben und wo unten ist.
Wir sind wieder unterwegs in einer Gegend, in der VIELE Menschen sind. Vor allem viele Touristen. Und deshalb ist früh aufstehen und einfach als erste da sein eine recht gute Strategie. Heute angewandt für den Karnak-Tempel. Hier also einige Impressionen.
Allerdings möchte ich vorher noch etwas loswerden. Nämlich wie super hilfreich die Erläuterungen sind, die wir durch unsere Reiseleiterin erhalten. Viele Details werden dadurch für uns überhaupt erst greifbar. Beim Karnak-Tempel können wir einiges Wissen von gestern anwenden. Etwa wie man von draußen kommend immer näher zum Heiligsten kommt. Welche Bauherren für welche Bereiche zuständig waren, hat sie plastisch geschildert, uns aber auch bei vielen Details wie etwa Darstellungen von Kriegszügen des Ramses II an die Hand genommen.
Direkt am frühen Morgen im Tempel von Karnak mit der berühmten WidderalleeWeitere Widder, wenn man weiter in den Tempel hineingeht. Halle mit den mächtigen SäulenObelisk der Hatschepsut: Gestiftet für Amun-Re, daher hat sich niemand getraut, ihn zu zerstören. Ihr Stiefsohn und Nachfolger packte ihn aber in Nilschlamm ein, was den Obelisken aber zu allem Überfluss besser konservierte.Die großen Statuen kommen noch im Luxor-Tempel, aber auch im Karnak-Tempel gibt es sie.
Das Luxor-Museum zeigt Fundstücke aus der Umgebung, darunter waren einige besonders schöne, die ich euch zwei im Foto teilen möchte:
Die zwar recht kleine, aber besonders hübsche Statue von Amenophis III und…Ein Schiff samt Besatzung
Abends besuchen wir den Luxor Tempel. Hier direkt ein paar eindrucksvolle Impressionen.
Der andere Obelisk steht in ParisStauen aus einem Stück GranitSäulen und Statuen
Hier nun die Auflösung des Fuß-Rätsels (ich hab nicht versprochen, dass die Auflösung kurz ist!): Im Luxor-Tempel kamen sehr viele verschiedene Einflüsse zum Tragen. Zur Zeit, als der Tempel noch richtig Tempel war, reichte dies von Bauherr Amenophis III, der Papa von Echnaton, über Tutenchamon bis zu Ramses II. Später verewigte sich auch Alexander der Große. In den ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende fanden Christen in Teilen des mittlerweile unter Schutt und Steinen liegenden Tempels Zuflucht. Sie nutzten vom reichlich herumliegenden Baumaterial einiges, um einzelne Räume in eine Kirche zu gestalten. Und dabei schauten sie nicht darauf, womit die Steine bereits verziert waren. Dieser Stein mit dem Fuß wurde also zweckentfremdet und irgendwie zu anderen Zwecken eingebaut.
Ihr Lieben, die ihr mitreist (worüber wir uns sehr freuen), ihr müsst jetzt sehr stark sein. Das heißt unter anderem: Viel Text, bevor es mit den Bildern losgeht.
Wir sind angelangt im absoluten Füllhorn, im Überfluss, im Wald, den man vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Die Menge an Eindrücken, mit denen wir nach dem Besuch zweier Tempel heute abgefüllt sind, ist einfach so groß. Da habe ich beim Treffen einer Auswahl an Bildern für euch vermutlich keine Chance, euch wirklich angemessen teilhaben zu lassen. Ich bin jedenfalls einfach platt und immer noch am Verarbeiten.
Hier mein Versuch, dem Ganzen ein wenig Struktur zu geben und es für euch rudimentär einzuordnen. Und ja, es sind wieder viele Fotos von Steinwänden innerhalb von Gebäuden – in der Hoffnung, dass mir eine sinnvolle Auswahl gelungen ist, ohne den Beitrag ewig lang werden zu lassen.
Was stand auf dem Programm: Vormittags der Tempel von Abydos. Dies ist der Totentempel von Sethos I – einem Pharao, von dessen Bautätigkeit wir in Luxor (wo wir mittlerweile angekommen sind) noch mehr sehen werde. Seine Regierungszeit ging von 1290-1279 vor der Zeitenwende. Was werdet ihr sehen: Darstellungen von Sethos, oft zusammen mit seinem Sohn Ramses II, der sehr, sehr lange regierte und wirklich alt wurde – und sicherlich einer der bedeutendsten Pharaonen und auch Feldherren war. (Kurzer Hörtipp zu Ramses II: Geschichten aus der Geschichte Folge 503)
Nachmittags stand der Tempel von Dendera auf dem Programm, dabei sprangen wir in der Zeit gleich mal mehr als 1000 Jahre nach vorn. Zwar entstand der Tempel auf Vorgängerbauten, die womöglich bis ins Alte Reich zurückgehen. Der Bau des von uns besichtigten Tempels wurde jedoch 54 vor der Zeitenwende begonnen. Hauptperson bzw. -göttin ist Muttergöttin Hathor mit ihrer Kuhgestalt.
Tempel von Abydos von draußen. Es geht immer weiter rein, immer weiter hoch, bis zu den heiligsten Bereichen ganz hinten.Die mächtigen Säulen geben einen Eindruck vom Inneren des Tempels in der Eingangshalle.Die Barke wird im heiligsten Teil bei jeder Gottheit dargestellt. Hier ist es Amun-Re (nicht Chnum, wie ursprünglich von mir behauptet – beide werden mit dem Widder dargestellt, aber nur Amun-Re hat zusätzlich wie hier die Sonne über dem Kopf).Darstellung von Papa Sethos (rechts) und Sohn Ramses II (2. von rechts) mit Stier (links) beim Fest Heb-Sed,. Ziel: Ramses soll den Stier erlegen, um den Schwanz des Tieres als Zeichen der Stärke fortan tragen zu können. In Sakkara hatten wir hierzu schon gelernt, dass dies bereits im Alten Reich so gehalten wurde. Die Göttin Isis.Die Königsliste von Abydos – hier sind alle vorherigen Pharaonen aufgelistet, wobei ein paar strategische Auslassungen stattgefunden haben. Echnaton und Hatschepsut wurden etwa nicht genannt. Vielleicht kein sehr spannendes Bild, aber für die Archäologen sehr bedeutend.
Kommen wir zum Tempel von Dendera:
Beginnen wir wieder bei der Außenansicht. Hier geht es ins Innere, und das Heiligste ist in der Mitte – der griechisch-römische Einfluss kommt zur Geltung.Es ist ja der Hathor-Tempel, die man oben an den Säulen mit den Kuhohren sieht. Allgemein erhält man wieder einen Eindruck von der Räumlichkeit, wenn auch nur einen sehr kleinen Ausschnitt.Unter der Decke: Göttin Nut, die die Sonne abends verschluckt und morgens wieder gebiertDetail aus einem der reich verzierten anderen Räume – ausgewählt durch mich wegen der Ibisse.Außenfassade des Tempels hinten: Kleopatra VII mit ihrem Sohn Cäsarion (der Kleine vor ihr).