Über die Alpen: von Nauders über Meran nach Brixen

Auf meiner Tour folge ich einigen Flüssen. Direkt am Bahnhof von Donauwörth überquerte ich die Donau. Dann ging es von Füssen bis Reutte entlang des Lech. Bei Ehrwald traf ich kurz auf die Loisach, hinter dem Fernpass folgte ich dann längere Zeit dem Inn.

Der Reschenpass gehört zum Hauptalpenkamm, der Klima, Vegetation und Gewässer zwischen Nord und Süd trennt. Ab hier ging es entlang der Etsch weiter, vorbei am schönen Meran bis ins heiße Bozen. Bozen liegt auf knapp 250 m Höhe, am Tag zuvor war ich noch auf etwa 1.500 m. Die Abfahrt ließ sich diesmal wirklich genießen. Auf der gesamten Strecke gibt es vom Autoverkehr getrennte asphaltierte Radwege. Selbst Gefälle von über 20 % lassen sich locker fahren. Nur gelegentlich wurde ich vom Radar für Fahrräder angeblinkt, wenn ich erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschritt.

In Bozen trennte ich mich von der Via Claudia Augusta und folgte nun bergauf dem Eisack, bei dem nicht ganz klar ist, ob das s zur ersten oder zweiten Silbe gehört.

Ziemlich am Ende meiner Kräfte endet der erste Teil der Tour in Brixen auf rund 500 m Höhe. Hier verbrachte ich einen geruhsamen Ruhetag. Das mittelalterliche Brixen hat kühle Stadtmauern, viel Schatten und gleich zwei kühlende Flüsse zu bieten.

Dem Eisack folgend käme ich über den Brenner bis nach Innsbruck.

Ich fahre morgen aber weiter nach Osten entlang der Rienz. Die Tour wird nicht lang, hat aber wieder einige Steigungen. Um möglichst viel der Morgenkühle zu nutzen, bietet es sich an, früh zu starten. Glücklicherweise ist mein Hotel auf Radfahrer im Sommer eingestellt und bietet Frühstück bereits ab 6:30 Uhr an.

Blick vom Nordufer des Reschensees nach Süden
Blick vom Südufer des Reschensees nach Norden.
Blick vom Südufer des Reschsees nach Süden. Nicht zu sehen liegt in der Ferne Meran.
Mein Hotel in Meran – sehr stilvoll aber ohne Klimaanlage.
Blick nach Süden, kurz hinter Meran..
Der erste Tunnel. Ab jetzt führt der Weg oft entlang stillgelegter Eisenbahnstrecken, was genauso komfortabel ist, wie es sich anhört.
Schattiger Rastplatz mit Blick auf die Hitze am Ende des Tunnels.
Brixen
Brixen bietet alles – inklusive Elefant und Seilbahn.
Noch eine Impression von Brixen

Über die Alpen: von Lermoos über Landeck nach Nauders

Der heutige Text beschreibt nur das Mühsal des Passfahrens und Ärger mit einem Autofahrer. Die Etappen wahren anstrengenden aber schön. Wer mag kann direkt zur Bildergalerie scrollen.

Ich bin der Bummelzug unter den Alpenüberquerern. Das hat eine Reihe von Gründen: kein Elektromotor, kein Rennrad, Gepäck für zwei Wochen, bescheidenes Trainingsniveau und manchmal alles davon gleichzeitig. Das ist aber nicht weiter schlimm. Zumindest die anderen Radfahrer und die meisten Kraftfahrzeuge nehmen gerne Rücksicht.

Nur ein Porschefahrer mit Dyskalkulie musste mich am heutigen Pass mit 15 cm statt 1,5 m Abstand in einer Baustelle überholen und zwang mich zum Anhalten. Wahrscheinlich war er mit dem Verbrennen fossiler Brennstoffe (brumm, brumm, brrrrrrummmm) so beschäftigt, dass er zu keinen anderen Aktivitäten mehr fähig war.

Das ist auch der offensichtliche Nachteil asphaltierter Pässe: Kraftfahrzeuge.

Der gestrige Fernpass war dagegen eine Schotterstrecke durch den Wald. Einmal liegen geblieben, ist es in den steilen Abschnitten kaum möglich, wieder anzufahren. Weil dort keine Kraftfahrzeuge unterwegs sind, wird es dafür auch richtig steil.

Für mich unerwartet anstrengend war allerdings die Abfahrt über Stöcke und Geröll. Zumindest als vorsichtige Bummelbahn ist die Abfahrt fast genauso anstrengend wie der Weg nach oben. Das Gefälle betrug teilweise über 20 %.

Nach dem Fernpass ging es dann gemächlich weiter bis Landeck.

Heute stand die Norbertshöhe auf dem Programm, die direkt nach Nauders führt. Die Straße war asphaltiert: 400 Höhenmeter auf 5 km, dafür aber eine ziemlich gleichmäßige Steigung. Das ließ sich deutlich einfacher fahren als gedacht.

Morgen geht es weiter über den Reschenpass. Danach folgen gerade einmal etwa 100 Höhenmeter und anschließend rund 1.000 Meter bergab bis Meran. Glücklicherweise bin ich dort wohl fast ausschließlich auf ausgebauten Radwegen unterwegs.

Blickauf die Loisach, vor dem Anstieg zum Fernpass.
Auf dem Fernpass. Die Straße verläuft 100m tiefer. Es gab eine Demo mit Straßensperrung, weshalb der Vormittag angenehm ruhig war.
Abfahrt vom Fernpass. An dieser stelle hat ich schon Handschuhe angezogen und den Podcast abgeschaltet. – Dann kam der anspruchsvolle Teil.
Cappucinopause im Inntal – mit Regen.
Juchuu, hier durfte ich gleich doppelt durchfahren.
Es gibt auch einen echten Bummelzug, der Touristen durch den kleinen Ort kutschierte (leider ohne Foto). In Österreich sind die Rdwege ausgesprochen gut beschildert und immer klargestellt, dass sie auch sonst gesperrte Strecken fahren dürfen.
Blick zurück.
Blick nach vorne. Die Burg am Horizont gehört zu Landeck
Landeck am Morgen
Blick nach Süden
Nochmals Alpen
Der Inn – vor dem Anstieg zur Norbertshöhe
Blick nach untern auf die Schweizer Grenzstation – in halber Höhe.
Ein kurzes Stück führte der Weg heute auch durch die Schweiz.
Geschafft:
Die Norbertshöhe
Nauders – mal wieder eine Festung

Über die Alpen: von Donauwörth über Augsburg und Schonau nach Lermoos

Um mal etwas anderes zu machen, als immer nur die Donau zu erradeln, begebe ich mich dieses Jahr in die dritte Dimension und plane, die Alpen zu überqueren.

Um nicht gleich alles anders zu machen, starte ich an der Donau in Donauwörth. Dort beginnt die Via Claudia Augusta, eine Radstrecke entlang einer alten Römerstraße.

Meine geplante Route ist etwas schwierig knapp zu erklären. Ursprünglich wollte ich bis zum Gardasee und dann ans Meer. Das wäre aber sowohl heiß als auch voll geworden. Deshalb biege ich in Meran gen Osten Richtung Dolomiten ab und fahre, mit einem Abstecher nach Süden und kleineren Bahnstrecken, über die Tauern zurück über die Alpen bis Salzburg.

Die beiden ersten Tage standen im Zeichen der bayerischen Tiefebene, mit ihrem berüchtigten Gegenwind.

Die erste Station war Augsburg. Leider blieb nicht viel Zeit zur Stadtbesichtigung, da ich morgens früh aufbrechen wollte, um zumindest einige kühlere Stunden zu haben. Trotzdem war der zweite Tag mit der Tour bis Schongau länger und anstrengender als geplant. Deshalb gibt es erst heute, am dritten Abend in Lermoos, einen ersten Bericht.

Morgen früh geht es wieder zeitig weiter, da der direkt vor mir liegende Fernpass gesperrt werden soll. Ich hoffe, ihn vor der Sperrung überqueren zu können.

Kenzeichen der Via Claudia Augusta. Claudia Augusta ist auch im Bild.
Nach 100km: erster Blick auf die Alpen.
Etwas später: bessere Blick auf die Alpen.
Mein Fahrrad. Ich habe jetzt eine bergoptimierte Übersetzung (1,38m pro Umdrehung). Das hilft schon etwas.
Die Berge hinter dem Fahrrad.
Alpen und Seenlandschaft
Ein authentischer Römer.
Jetzt schon in den Alpen – hinter der ersten ernsthaften Steigung.
Blick auf die Zugspitze von meiner Pension in Lermoos.

Linz, Pöchlarn und Krems

Es liegen drei ereignisreiche und anstrengende Touren hinter mir. Zunächst ging es von Passau nach Linz und damit von Bayern nach Österreich. Meine ursprüngliche Planung enthielt fünf Fährfahrten, da aber viel Regen angekündigt war, versuchte ich, ein paar Höhenmeter zu sparen. Dadurch gab es nur drei Bootsfahrten. Viele der Fähren sind hauptsächlich für Radfahrer und Wanderer gedacht. Sie kommen bei Bedarf per Anruf zur Anlegestelle. Gleich die erste Fähre war eine Längsfähre, die mich während eines starken Schauers an drei Hügeln vorbeifuhr und danach an der gleichen Donauseite wieder absetzte. Es gab keine gute Radtour über die Hügel auf meiner Donauseite. Der offizielle Donauradweg verläuft so auch durch die Flussmitte.

Weiter ging es über eine weitere Fähre nach Aschach. Ich hatte zwar schon einen sehr schmackhaften Marillenkuchen gegessen, da aber noch viele Kilometer vor mir lagen und das Wetter gar nicht mehr so schlecht aussah, stoppte ich spontan bei Jumbo‘s Würstelstand und verspeiste eine unerwartet schmackhafte Steckerlfisch-Forelle. Wer immer mal wieder nach Aschach an der Donau kommt: Diese Forelle sollte sich niemand entgehen lassen. 

Mit neuer Energie ausgestattet radelte ich dann ins bisher gewaltigste Gewitter des Urlaubs. Ich habe zwar ein Selfie von dem Erlebnis, es ist aber zu nass fürs Veröffentlichen. 

Die Übernachtung war in Linz. Ich bin nur kurz durch die Stadt spaziert, um etwas zu essen. Dabei wirkte sie aber sehr sympathisch und lebendig, was natürlich daran liegen könnte, dass es Freitagabend war.

Am Samstag war es unverhofft trockener. Mein Weg führte durch Albern über Grein nach Ybbs und noch etwas weiter nach Pöchlarn, dem bekannten Nibelungenort. Neben Rheingold gibt es ja noch das Donausilber. Netterweise wird ein Vorläufer von Pöchlarn – Bechelaren – im Nibelungenlied als Ort für ein friedliches Festgelage erwähnt. 

Heute war die Tour mit 50 km relativ kurz. Über Melk ging es durch die Wachau bis Krems. Die Wachau wirkt ein klein wenig wie eine Mischung aus Pfalz, Rheingau und Mosel. Es gibt leckere Marillen und hervorragenden grünen Veltliner. Vielleicht war und ist dies der schönste Streckenabschnitt der gesamten Donau.

Morgen starte ich zur finalen Etappe nach Wien, es verbleiben noch ca. 90 km. 

In der Ferne ist schon Österreich zu sehen
Zwischen zwei Schauern
Jumbo‘s Würstelstand
Linz: Erster Wegweiser gen Wien
Linz am Abend
Albern
Auch albern?
Nibelungendenkmal in Pöchlarn. Alle im Nibelungenlied erwähnten Städte sind per Wappen zu sehen.
Melk – Tor ins Wachau
Impression im Wachau
Donau im Wachau
Krems – Kunsthochschule
Krems – Karrikaturenmuseum

Ein Tag in Passau

Die Etappe nach Passau war noch länger als geplant, da mich einige Baustellen zu größeren Umwegen zwangen. Am Ende waren es 107 km – eine neue Tagesbestleistung. Da der Tag regnerisch und kühl war, hatte ich wenig Muse zum Fotografieren. 

Dafür gab es heute einen Pausentag mit Besichtigung der Altstadt von Passau. Auch in Passau steht ein Dom, vielleicht etwas barocker, als es ein Auge ertragen möchte, d. h., er wirkt leicht kitschig. Dafür beherbergt er die weltweit größte Orgel. Insgesamt sind es 17.974 Pfeifen. Jeden Tag um 12:00 Uhr gibt es ein Orgelkonzert. Zufälligerweise kam ich um 11.15 Uhr und kaufte deshalb gleich ein Ticket. Leider sind zwei der fünf Orgeln momentan in der Wartung. Das gesamte Tonspektrum ist erst 2028 wieder zu hören. Aber auch mit ein paar Pfeifen weniger waren Klangumfang und ‑volumen beeindruckend.

Die Altstadt von Passau liegt auf einer Halbinsel, an deren Spitze sich drei Flüsse vereinigen und als Donau weiterfließen. Obwohl  viele Touristen unterwegs sind, wirkt die Stadt beschaulich. Regensburg vermochte aber mehr zu begeistern.

Morgen geht es weiter nach Linz. Ab jetzt gibt es fast immer einen Weg sowohl am Nord- als auch am Südufer. Flußwechsel sind oft per Fähre möglich. Da es wahrscheinlich wieder regnet und die Strecke ähnlich lang wie die letzte Etappe ist, will ich versuchen den Weg mit dem wenigsten Hügeln zu finden und zunächst am Nordufer starten. Da auch die Etappe nach Limz bis Ybbs sehr lang und erschöpfend ist, werde ich den nächsten Beitrag erst in Krems schreiben.

Blick auf Passau vom Hügel nebenan.
Blick vom Dreiflußeck – der Landspitze von Passau – auf den Hügel mit Burg.
Dominnenraum mit Orgel (nicht zu sehen).

Weiter nach Regensburg und Straubing

Es ist schon wieder spät und morgen geht es früh weiter. Deswegen gibt es ein weiteres Mal nur wenig Text, dafür einige Bilder mehr.

Die Route von Weltenburg nach Regensburg war verregnet und bot damit kaum Möglichkeiten zum Fotografieren. Das änderte sich in Regensburg mit seiner charmanten Altstadt. Die Besichtigung des Doms verschob ich auf den nächsten Morgen, da mein Hotel direkt gegenüber von ihm lag. Dadurch hatte ich ihn für mich allein.

Die Etappe nach Straubing war unerwartet sonnig. Deshalb machte ich einen spontanen Abstecher nach Walhalla, einem pseudoantiken Tempel mit Büsten allerlei alter deutscher Männer. Doch so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussah, war es gar nicht, wie ein Blick auf die Details enthüllte -> s. Bilder.

Der Rest des Tages blieb schön und entspannend. Die 500 km-Marke ist jetzt überschritten, damit sollte ich etwa die Hälfte des Strecke geschafft haben.


Die Regensburger Altstadt

Regensburger Dom von vorn …

… ein Detail im Portal: lokaler Herrscher auf Jaguarthron …


… Genau, dies ist der Beweis: Regensburg heißt in Wirklichkeit Reqenquqoql und ist eine alte Handelsniederlassung der Maya. (S. https://reiseblog.das-spielen.de/wordpress/tag/2023-mexiko/)

Walhalla: Zu sehen ist hier ein besonders schönes Exemplar des Berner Sennenwals.

Walhalla blickt auf die Donau.

Der Innenraum der Walhalla wirkt zunächst ernüchternd: Eine lieblose Ansammlung männlicher Marmorköpfe, durchmischt von weiblichen Engeln …


… Doch der Blick aufs Detail versöhnt: Auch Totila, Königin der Ostgoten, und die Dichterin des Nibelungenliedes werden gewürdigt (das obskure Gender ist vermutlich der altertümlichen Grammatik des neunzehnten Jahrhunderts geschuldet).

Ingolstadt und Weltenburg

Kurz hinter Donauwörth quere ich aufgrund einer längeren Umleitung den Lech, den wir schon bewanderten. Sonst verläuft der Tag ohne größere Radelhighlights, denn es ist etwas feucht, sodass ich meine Regenkleidung ausprobieren kann. Auch Ingolstadt hinterlässt keine tiefen Eindrücke. 

Beeindruckender ist hingegen meine aktuelle Unterkunft: das Kloster Weltenburg. Hierbei handelt es sich um eine sehr mittelalterliche Einrichtung, die aber aufs eindringlichste barockisiert wurde (genauer: im bayerischen Barock). Zum Kloster gehört auch die älteste Klosterbrauerei der Welt. Entsprechend hoch ist auch die Quote angeduselter Touristen.

Das Kloster liegt an einer Schlucht, durch die die Donau braust. Morgen plane ich, diese per Schiff zu erkunden. 

Der Lech – Fluss nicht im Bild.
Ingolstadt
Eingang zum Kloster
die Klosterkirche am Abend – nach Abzug der Tagesgäste.
Barocker Drachentöter mit Prinzessin
14 Steelen. Es gibt eine Erklärtafel: Imstallation von 14 Steelen
Einstieg zum Donaudurchbruch. – Hier geht es weiter.

Über Ulm nach Donauwörth

Donnerstag brach ich früh auf, um möglichst schnell nach Ulm zu kommen. Denn der Aufstieg des Turms des Ulmer Münsters ist nur bis in den frühen Nachmittag möglich. Die Route ging durchs Hügelland mit einigen unerwarteten Steigungen. Dafür war sie sehr abwechslungsreich. Kurz vor Ulm überraschten mich allerdings einige Umleitungen wegen Hochwassers und eines Fischerfests an der Donau. Dann begann es zu regnen. 

Trotzdem entschloss ich mich zum Turmaufstieg in letzter Minute. Denn es handelt sich um den höchsten Kirchturm überhaupt. Er ist etwa 200 m hoch. Bis zu 102 m lässt er sich besteigen. Der Aufstieg wurde mit einem regnerischen Ausblick belohnt.

Der Dom gehört der evangelischen Kirche. Dies äußert sich in um 180° gedrehten Bänken mit Blick auf den Ausgang, der Orgel und einen imposanten Engel. Jesus schaut von hinten über die Schultern der Gläubigen.

Sonst ist das vorherrschende Thema des Doms: „hoch und luftig“ – beeindruckend.

Heute war es etwas regnerisch. Entsprechend war auf den etwa 90 km bis Donauwörth wenig los. 

Durch Kathrins Hinweis, dass Sigmaringen auch in Thurn und Taxis vorkommt, habe ich mir mal dessen Spielplan wieder angesehen. Tatsächlich geht die Hälfte meiner Route quer übers Spiel. Neben Sigmaringen sind Ulm, Ingolstadt, Passau und Linz Stationen meiner Route.

Thurn und Taxis
Die Donau kurz hinter Riedlingen
Dialog zwischen Brunnen und Storch
Ulmer Regen
Blick vom Ulmer Münster auf Ulm
Engel im Portal
Blick nach hinten
Apsis hinter den Bänken
Schleuse kurz vor Donauwörth

Entlang der Donau von Donaueschingen bis Riedlingen

Die Donau ist 2857 km lang und dann der zweitlängste Fluss Europas. Sie mündet in einem großen Delta im Schwarzen Meer und beginnt in Baden-Württemberg, vermutlich in Donaueschingen – vielleicht aber auch nicht. Denn dort vereinigen sich zwei andere Flüsse, um fortan als Donau weiterzufließen. Damit ist etwas unklar, wie man auf die 2857 km Länge kommt. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, dieses Jahr in Donaueschingen zu beginnen und Stück für Stück die Donau bis nach Wien zu radeln. Zusammen mit der Strecke Wien–Bratislava vom letzten Jahr werde ich mit etwas Glück dann circa 1400 km, also etwa die Hälfte der Gesamtstrecke der Donau, abgeradelt haben. Gestartet bin ich gestern und wie vergangenes Jahr plane ich, jeden zweiten Tag ein paar Impressionen zu veröffentlichen. Bisher verlief der Weg meist durch Täler und Auen und nur wenige touristische Highlights standen am Wegesrand. Das wird sich morgen mit Ulm ändern. Ich hoffe, am frühen Nachmittag dort anzukommen und noch das Münster zu ersteigen. Ob dies klappt oder ob ich den Kirchturm nur von unten bewundern kann, folgt im nächsten Beitrag.

Eine von vielen Donauquellen.
Ein erster Blick auf den possierlichen Donaubach
Eine Donauversickerung. Zu sehen: keine Donau
Rinder an der Donau. Nicht mehr am Bild liegt rechts meine erste Unterkunft.
Noch eine Donauimpression an meiner ersten Unterkunft

Eine weitere Donau

Burg oberhalb der Donau
Sigmaringen – aus Thurn & Taxis bekannt.
Eselherde an der Donau

Ein Tag in Budapest

Beim Spaziergang durch Budapest folge ich der Route eines kleinen Reiseführers, den ich schon in München gekauft hatte. So startet der Tag auf Burghügel von Buda mit einem Blick auf die Matthiaskirche. Im Scherz denke ich mir noch: „Oh, da blieb noch etwas Schutt vom Bau liegen.“ – Kurz darauf wird klar, dass größerer Teile des Burgberges komplett renoviert bzw. neu errichtet werden. Nicht immer geht dabei Ästhetik vor Kitsch und Protz. Dafür ist alles schön auf Hochglanz geschrubbt. Schwde ist, dass kaum erkennbar ist, was neu und was original ist. Auf mich wirkt die Szenerie wie eine Mischung aus Disneyland und Las Vegas – mit weniger Pappmaschee und mehr Beton.

Weiter geht es zügig den Hügel hinab an einer beieindruckenden Raubvogelstatue vorbei. Dies ist der Turul, einer Mischung aus Falke und Adler aus der ungarischen Mystik. Der Abstieg führt durch ein geschmackvolles Treppenhaus im Jugendstil. Der Epoch des Jugendstils ist die Glanzzeit Budapests. Es macht Spaß durch die Straßen zu schlendern und immer neue Verzierungen an den Stadtpalästen zu entdecken.

Bevor ich die Donau in Richtung Pest überquere gibt es zur Stärkung eine Limonade. In Ungarn gibt es nämlich nicht nur Wein, Bier und Kaffee sondern auch eine ausgesprochen vielfältige Limonadenkultur. Überall werden hausgemachte Limonaden in vielen Geschmacksrichtungen nicht nur angeboten sondern auch gerne konsumiert. 

Später am Nachmittag erreiche ich den Freiheitsplatz, der im Teichen der jüngeren Geschichte steht und ein faszinierendes Potpourri verschiedenster Eindrücke mit sich bringt. Im Zentrum steht ein sowjetisches Denkmal an die Befreiung Ungarns durch die UdSSR. Drumherum findet ein riesiges Craftbierfest statt. Unter dem Platz ist eine Tiefgarage. Umrahmt wird er von der Börse und dem Anwesen der US-Botschaft. Als Gegenpol zum Sowjetdenkmal wurden Statuen von Reagan und neuerdings auch Bush, dem älteren aufgestellt. 

Am Eingang zur Tiefgarage steht ein weiteres Denkmal, diesmal zum Gedenken an die Opfer der deutschen Besatzung: Raubvogel über Engel Gabriel. Ich dachte gleich wieder an Turul, was aber nicht passt. Denn es ist der deutsche Adler, der den Überfall symbolisiert. Das Denkmal steht wohl in der Kritik, das es Ungarns Rolle im zweiten Weltkrieg verharmlosen soll. Ausdrucksstark ist es allemal.

Ich beende den Streifzug am Parlament und spaziere danach ins Hotel zurück. Fazit: Budapest ist eine interessante Stadt, weniger wegen der Sehenswürdigkeiten oder Museen, eher wegen der munteren Mischung aus Jugendstil und Ostblockflairs sowie der vielen, jungen, internationalen Einwohner und Besucher.

Matthiaskirche – auch hier wohl nach dem erstem Turm das Geld verbraucht.
Mittelalter anno 1902
der Turul
Jugendstiltreppenhaus
Nochmal
ein Hotel in Pest
Ein Mond in einer Passage
Deutscher Adler überfällt Engel Gabriel mit Bierfest im Hintergrund
Bierfest auf dem Freiheitsplatz
Blick zurück auf Buda
Begegnung mit dem Sensenmann.
Eine letzte Installation Mit Miezekatze, neben meinem Hotel.