Die Etappe von Tarvis nach Venzone gilt als eine der schönsten des Alpe-Adria-Radwegs. Ich genieße den schönen Ausblick auf die Julischen Alpen, während ich versuche, meinen ersten Platten zu flicken.
Doch der Reihe nach.
In Lienz ging es erst einmal noch einen Tag den Drauradweg entlang. Das war keine sonderlich aufregende Strecke. Dann stieß ich in Spittal auf den Alpe-Adria-Radweg. Der verläuft einige Etappen komplett auf alten Bahntrassen. Dies wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Die Tour in beide Richtungen zu radeln, hätte viel Zeit in Anspruch genommen, und auch der Bahntransfer kostet schnell einen ganzen Tag. Beim Hin- und Herplanen kam die Idee auf, die Bahnfahrten einfach ans Ende der Etappen zu legen. Deshalb ging es von Spittal gleich noch eine Etappe nach Süden bis Tarvis. Dort blieb ich zwei Nächte. Als Nebeneffekt konnte ich die heutige Route nach Venzone ohne Gepäck fahren.
Die ehemalige Bahntrasse ist wirklich eine solche. Es geht über Dämme, über Eisenbahnbrücken und durch viele Tunnel, immer oberhalb der Fella entlang. Hunderte andere Radreisende sind ebenfalls unterwegs. Immer wieder kommt man an alten Bahnhöfen mit kleinen Bars und Gasthöfen vorbei.
Irgendwo in einem Tunnel merkte ich, wie ich Luft verlor, und stand kurz darauf am Wegesrand mit einem Platten. Das Flickzeug war natürlich im Hotel geblieben. Nur eine Dose Dichtmittel hatte ich dabei. Nach einigen Versuchen begann das klebrige Zeug aber tatsächlich zu wirken, und ich kam irgendwie bis zum nächsten Ex-Bahnhof.
Dort pumpte mir ein freundlicher Helfer das Rad wieder auf 4 bar auf, und es konnte weitergehen. Später fand ich noch einen offenen Radladen (Sonntagnachmittag!) und konnte einen neuen Schlauch kaufen. Falls die Dichtung also aufgibt, kann ich jetzt einfach den ganzen Schlauch wechseln. Bisher hält aber alles.
Mein Tagesziel Venzone ist ein kleines mittelalterliches Örtchen mit einem sehr hübschen Dom.
Zurück von Venzone nach Tarvis ging es per Bahn. Es gibt dort inzwischen eine Neubaustrecke. Morgen fahre ich mit Gepäck weiter zurück nach Spittal. Ab dort geht es per Bahn unter den Tauern hindurch nach Bad Gastein. Dann folgt die letzte lange Etappe nach Salzburg.


: Etappe 6 (Nord-Süd), Etappe 4+5 (Süd-Nord), Etappe 1+2 (Süd-Nord). Etappe 3 lasse ich aus.










