Bodensee 2021: Lindau und Bregenz

Dass wir gerne reisen, weiß, wer hier im Blog schon mitgelesen hat. Was vielleicht nicht jeder weiß: Wir sind leidenschaftliche Opernbesucher. Und so entschieden wir uns zu einem verlängerten Wochenende, um eine Aufführung von Rigoletto bei den Bregenzer Festspielen genießen zu können.

Als Standort bot sich Lindau an. Von dort gibt es eine Verbindung mit dem Boot direkt zu den Festspielen. Unser Hotel in Lindau liegt direkt am Hafen. Um 19:30 Uhr legte das Schiff ab. Vorher aßen wir eine Kleinigkeit in einem Biergarten. Über Bad Schachen, wo weitere Passagiere an Bord kamen, ging es nach Bregenz. Bewaffnet mit warmer Kleidung und unseren Sitzkissen vom Wandern, um beim Sitzen nicht zu frieren, konnten wir die Oper bestens genießen. Das Wetter zeigte sich von bester Seite mit einem tollen Sonnenuntergang, den wir vom Schiff aus fotografisch festhalten konnten.

Während der Aufführung war Fotografieren natürlich nicht erlaubt. Aber da will ich mich sowieso ganz auf Musik und Inszenierung konzentrieren. Daher je ein Foto von vorher und dann beim Applaus hinterher.

Spektakulär natürlich die Seebühne. Darauf das große Gesicht, das weit über die Bühne bewegt werden konnte – und das natürlich auch ein „Eigenleben“ entwickelte mit Öffnen, Schließen und Rollen der Augen, Aufreißen des Mundes, der auch Platz für die Sänger und Schauspieler bot. Links davon eine Hand, die sich ebenfalls bewegen konnte, Gesten in Richtung des Publikums oder der dargestellten Personen ausführen, oder an der Schaukeln angebracht werden konnten. Rechts eine zweite Hand, die einen Ballon festhielt, der freilich auch mal gen Himmel stieg.

Wo ist das Orchester? Dieses spielte im Festspielhaus, die Musik wurde übertragen, Bildschirme übertrugen das Geschehen zwischen Bühne und Orchester. Die Akustik war somit sehr gut, auch wenn es anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig war. Gespielt wurde ohne Pause.

Eine so große und aufwändige Inszenierung lässt beinahe die Sängerinnen und Sänger in den Hintergrund treten. So viele weitere Menschen waren auf der Bühne. Das Geschehen war in eine Szenerie wie die eines Zirkus verlegt. Viele Artisten strömten auf die Bühne, sorgten dafür, dass man kaum wusste, wo man hinsehen soll. Der Graf, der ja das ganze Drama durch seine Schürzenjägerei verursacht, war so etwas wie der Impresario oder Zirkusdirektor, Rigoletto der tragische Clown, dessen Spiegelung sich im großen Gesicht der Seebühne fand. Und absolut unvermeidlich: Ein Stück auf einer Seebühne schreit natürlich danach, dass auch der eine oder die andere mal ins Wasser hüpfte, geworfen wurde oder sonstwie im Nass landete. Plumps!

Auf jeden Fall ein sehr beeindruckendes Gesamterlebnis, durch die Anreise mit dem Schiff von Lindau aus noch abgerundet. … und wir hatten Glück mit dem Wetter …

Mosel und Saar 2021

Auch eine nur zweitägige Reise ist nach so langer Zeit so wertvoll, dass sie einen eigenen Beitrag bekommen kann.

Zur Feier der Impfung – wir sind beide glücklich zwei Mal geimpft – haben wir uns ein Wochenende zum Genießen an der Mosel gegönnt. Für Sonntag hatten wir eine Reservierung in einem tollen Restaurant, und den Samstag und freigenommenen Montag nutzten wir, um dringende Einkäufe zu erledigen. Denn das eine oder andere Kleidungsstück war schon vor dem Lockdown ziemlich heruntergetragen. Von der Mosel hab ich gar keine Fotos, dafür gibt es welche von der Saarschleife, unserem Tagesausflug vom Sonntag dieses Ausflugswochenendes Anfang August. (Ja, es ist zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung schon etwas her.)

Bevor es zu den Fotos geht, noch ein kleiner Erfahrungsbericht zum Elektroauto. Denn wir sind jetzt völlig verbrennerfrei unterwegs. Mit einer Reichweite von mehr als 300km fährt es sich recht entspannt, wir sind ohne Ladestopp zum Hotel gekommen und konnten während unseres Ausflugs an die Saarschleife auf über 80% Ladestand laden, so dass wir auch entspannt wieder zurückkamen. Dank Schnelllader, den wir auf der nächsten Fahrt (Beitrag kommt als nächstes) testeten, sehen wir längeren Fahrten aber auch in Zukunft sehr gelassen entgegen: 37kWh in unter 30 Minuten – das sind gut 200km (eher mehr bei gleichmäßiger und nicht zu schneller Geschwindigkeit).

So, nun ein paar Eindrücke von der Saarschleife, an der wir erst den Baumwipfelpfad für Ausblicke in den Wald und über die Saarschleife nutzten. Im Anschluss wanderten wir noch zur Saar hinunter und in einer schönen Rundwanderung durch den Wald wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Höhepunkt des Baumwipfelpfades oberhalb der Saarschleife
Alles barrierefrei!
Blick von oben über die Saarschleife
… und Blick senkrecht runter.
Blick von der Saar hoch

Seit dem Schluchtensteig 2020 bis August 2021

Lange gab es hier nichts zu lesen. Ohne Reise kein Reiseblog. Wobei wir viel unterwegs waren, immer ausgehend von Nußloch. Viele Tagestouren mit gut gepacktem Rucksack, im Winter ein wichtiges Utensil war die Thermoskanne mit warmem Tee, und auch die isolierenden Sitzauflagen haben gute Dienste getan.

Hier einfach ein paar Impressionen. Da es in diesem Winter einige Wochenenden mit Schnee gab, sind auch schöne Fotos mit der weißen Pracht dabei. Bei Minusgraden macht ein langes Picknick nicht so viel Spaß, man kühlt auch zu sehr aus – also gab es viele Touren der Kategorie 10-15km.

Auf dem Weg HW40 von Bammental über den Kohlhof nach Rohrbach
Rundwanderung aus dem Rother Wanderführer Kraichgau

Wegen recht weiter Anreise immer gut geplant werden mussten unsere Etappen auf dem Weinsteig – daher oft mit langen Pausen zwischen zwei Etappen. Mittlerweile haben wir ihn erfolgreich abgeschlossen. Leider die meiste Zeit bei geschlossener Gastronomie – was ein Jammer…

Burgen…
… und Weinorte in der Pfalz
An der Elz, fast schon bei Stuttgart – schöne Rundwanderung am SAP Mental Health Day, dem geschenkten freien Tag zur Erholung und Entspannung
Da müsste ich nachschauen, was Datum und Geolocation hergeben, um die genaue Information zu diesem Bild zu rekonstruieren… stattdessen lasse ich es einfach zum Anschauen hier erscheinen.

Schluchtensteig 2020

Vom 3.-10.9. sind wir zu dritt – Peter, Stefan und ich – den Schluchtensteig im Schwarzwald gewandert. Insgesamt etwas über 120 km, mehr als 3.000 Höhenmeter, gut 33 Stunden in Bewegung und mindestens 200.000 Schritten in sechs Etappen haben wir die Strecke von Stühlingen nach Wehr bewältigt. Ich habe dieses Mal keine eigene Karte auf Google Maps erstellt – der oben angegebene Link führt zur offiziellen Beschreibung und gibt einen guten Gesamteindruck.

Wie auch schon beim West Highland Way (Link zu unserer Tour vom Vorjahr) haben wir uns den gar nicht so unbezahlbaren Luxus gegönnt, uns das Gepäck von Ort zu Ort transportieren zu lassen. Der von uns ausgewählte Veranstalter Original Landreisen hatte nicht nur ein gutes Händchen bei der Auswahl der Unterkünfte, auch die Logistik mit dem Gepäck hatte wunderbar geklappt.

Das Faszinierende am Schluchtensteig sind natürlich primär – Nomen est Omen – die Schluchten. Vor allem der zweite Tag, der mehrere Stunden entlang der Schlucht der Wutach führt, war anspruchsvoll, wild und romantisch. Einziger kleiner Wermutstropfen: Da wir donnerstags angereist waren, um den Samstag-bis-Samstag-Urlaubern auszuweichen, waren wir am Samstag (sic!) in der Wutachschlucht – ausgerechnet, wenn die Wochenend-Ausflügler auch dort sind. Es war also einigermaßen voll, noch dazu in der engen Schlucht, wo in diesem Jahr wegen Corona alles nochmal anders ist (und aus diesem Grund waren wir auch nicht wie ursprünglich geplant auf La Gomera wandern, sondern eben im Ländle). Empfehlung also: Wer den Schluchtensteig ebenfalls wandert, sollte versuchen, diese Tagestour auf einen Wochentag zu legen.

Während der erste und dritte Tag ebenfalls entlang der Wutach führten, wobei es stetig bergauf, also entgegen des Wasserlaufs ging, waren die Schluchtenstrecken an den anderen Tagen deutlich kürzer. Die Bannwaldschlucht am Ende der vierten, sowie die Wehraschlucht am fünften und sechsten Tag hielten jedoch nochmals schöne Schluchtenimpressionen bereit.

Andere Landschaftshöhepunkte waren vor allem schöne Aussichtspunkte, die bei gutem Wetter eine Sicht bis zu den Schweizer Alpen erlaubte. Wir hatten viel Glück und blieben nicht nur während der gesamten Strecke trocken, sondern durften auch solche Aussichten genießen. Durch Täler und Wälder erhielten wir weitere Eindrücke der Schwarzwälder Land(wirt)schaft. Ein wenig Kultur erlebten wir am Ende der vierten Etappe, die uns nach St. Blasien mit dem dortigen Dom führte. Der Name leitet sich von der großen Kuppel (französisch „dôme“) ab, nicht von einem Bischofssitz.

Doch ich will die Bilder sprechen lassen. Chronologisch wird’s nicht, ich suche einfach nach meinem eigenen Geschmack einige Bilder aus und schreibe kurz dazu, was mir dazu erzählenswert erscheint.

Der Startort Stühlingen liegt nahe zur Grenze mit der Schweiz. Diese Brücke über die Wutach quert genau die Landesgrenze – das Bild zeigt „drüben“ die Schweizer Seite.
Während unserer ersten Etappe sind wir immer wieder den Gleisen der Sauschwänzlebahn – und hier auch dem Zug selbst – begegnet. Der Name stammt von der „kringeligen“ Streckenführung.
Weiter entlang der Wutach, weiter begleitet uns die Sauschwänzlebahn, hier mit einer Brücke.
Impression vom Weg entlang der Schlucht.
Kurz vor Erreichen unserer ersten Etappenziels ein toller Panoramablick. Wer genau hinsieht, erkennt zumindest am Ende der knapp 9 Sekunden in der Ferne die Silhouetten der Schweizer Alpen…
Am zweiten Tag ging es vor allem entlang der Wutach mit vielen Schluchtenimpressionen. Hier einer der Wasserfälle zu Beginn …
… und hier einer kurz vor Ende dieser Schluchtenetappe. Durchaus anspruchsvoll zu wandern – aber sehr reizvoll und lohnenswert!
Schöne Rastplätze am Wegesrand laden zum Verweilen ein. Oder zum Bauen. Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen: Die einen „wollen“, die anderen „müssen“ einen Turm bauen.
Übernachtung in Löffingen, erreichbar von der Schlucht aus mit dem Wanderbus.
Vorbei am „Räuberschlössle“ – zwar ohne Räuber und ohne Schloss, aber das Flair zählt 🙂
Gegen Ende der dritten Etappe gelangen wir zur Mündung der Gutach und der Haslach in die Wutach.
An der Klamm vorbei – wie an vielen anderen Stellen mit wildromantischen Impressionen.
Erster Blick auf den Schluchsee, der am vierten Tag auf dem Programm steht. Ein paar Stunden später werden wir ihn zum Teil umrundet und auf der gegenüberliegenden Seite den nächsten Hügel erklommen haben…
… doch nicht ohne uns vorher bei einer Jause mit Holunderblütenschorle und Kürbissuppe zu stärken.
Blick zurück – hier sind wir schon gegenüber angekommen.
Auch zum Abschluss dieses Tages eine Schlucht, wenn auch nur eine kurze…
Übernachtung gegenüber vom Dom in St. Blasien. Das Foto stammt von morgens, als wir zur fünften Etappe aufbrachen.
Typische Schwarzwaldlandschaft
Und hier noch ein letzter Eindruck der Wehraschlucht.

Ehrenburg 2020: Sternritte an der Mosel

Dass der tolle Blaufußtölpel als kleines „Favicon“ für diese Seite erst nach fast einem Jahr ausgetauscht werden würde, hätte ich eigentlich nicht gedacht. Denn Ende 2019 war der Wanderurlaub für Ende April auf La Gomera zusammen mit Stefan, der auch mit uns den West Highland Way lief, schon gebucht. Aber… ihr wisst ja. Über COVID-19 zu schreiben ist mittlerweile wie Eulen nach Athen tragen. Allerdings hatten wir zum Glück im Januar noch ein paar Tage in Wien verbracht, über die ich nicht zu bloggen geschafft habe.

Im Juni schließlich buchten wir recht kurzfristig die Sternritte an der Mosel. Gaby Kurz, ihre Pferde und die Ehrenburg kannte ich von 2011, als ich den Moseltrail mitgeritten bin, seinerzeit ohne Peter. Jetzt endlich konnten wir das umsetzen, was ich mir schon lange gewünscht hatte: Zusammen mit ihm dorthin zurückkehren.

Das Programm: Drei Tagesritte ausgehend von der Ehrenburg. Am Anreisetag war Zeit, um die Burg zu erkunden, am Abreisetag war das Programm nach dem Frühstück beendet. Insgesamt zehn Reiter nahmen dieses Mal teil, viele von ihnen hatten eigentlich andere Pläne gehabt, eine Gruppe von drei Reiterinnen aus Oberbayern etwa hatten sich Grönland als Reiseziel vorgenommen.

Die Ritte waren wunderbar, alle drei ca. 20 Kilometer lang, so dass die Zeit im Sattel zwischen vier und fünf Stunden lag. Jeden Tag gab es schöne Mittagspausen, am dritten Tag mit besonders fulminant aufgebautem Picknick mit Blick auf die Burg.

Besonderes Highlight: Am dritten Tag ritten wir auf die Burg durch den wendeltreppenartigen (ohne Treppe und somit von den Pferden gut zu bewältigenden) Aufgang auf den oberen Burghof. Am letzten Abend habe ich es mir nicht nehmen lassen, meine Gewandung anzulegen, die ansonsten in diesem Jahr wegen des Ausfalls der Mittelalterfeste in Angelbachtal und Speyer schon im Schrank bleiben musste.

Da unser Heimweg nur zwei Stunden betrug, nutzten wir den Tag der Verabschiedung, um vor Ort mit dem Bergschluchtenpfad noch eine Tageswanderung zu unternehmen.

Fazit: Ein wunderschöner Reiturlaub mit einer sympathischen Reitgruppe sowie wunderbaren Gastgebern, die zudem mit viel Herzblut die Ehrenburg als besonderen Ort hegen und pflegen. Die Pferde sind dank natürlicher, artgerechter Haltung angenehme Partner bei den schönen Wanderritten in abwechslungsreicher Umgebung. Und die Ehrenburg ist ein besonderer Ort mit viel mittelalterlichem Flair. Wir konnten während dieser eigentlich nur wenigen Tage ganz wunderbar abschalten und genießen.

Die Ehrenburg vom Picknickplatz bei Brodenbach an der Mosel aus
Impression vom Doppelturm am Sonntag, an dem viele Besucher kommen
Oben auf dem Doppelturm
Immer noch auf Doppelturm
Einblicke vom Erkundungsgang auf der Burg
Unter der Brücke
Burg von außen, aus der Perspektive von unter der Brücke
Am letzten Abend
Peter und ich auf unseren vierhufigen Partnern dieser Sternritte: Prinz (Peter) und Lilli (ich) – die beiden sind übrigens Mama und Sohn!
Unterwegs: Am Mittwoch sind wir durch diese Schlucht hinunter geritten, am Donnerstag führte unsere Wanderung entlang des Bergschluchtenpfades uns durch dieselbe Schlucht in die andere Richtung bergauf. Das Foto stammt von Donnerstag.
Impression aus Brodenbach. Auch hier waren wir bereits am Mittwoch entlang geritten, am Donnerstag auf dem Bergschluchtenpfad ergab sich diese Fotokomposition mit Miezekatze.

Ecuador 2019: Fazit und Abschluss

Durch die vielen Galápagos-Postings kommt das Fazit dieses Mal erst zwei Wochen nach unserer Rückkehr. Doch ich hatte einfach das Bedürfnis, mir noch einmal die unterschiedlichen Orte auf den Inseln durch den Kopf gehen und die vielen Erlebnisse Revue passieren zu lassen – und ich wollte auch nicht zu viele Fotos auf einmal in einzelne Postings einbinden.

Einen Link habe ich noch: In diesem Google-Album habe ich drei Videos unseres Galápagos-Guides Martín hochgeladen. Die Videos sind zu groß, um sie hier im Blog einzubinden. Dort sind Unterwasser-Impressionen von Port Egas und Bartolomé zu sehen.

Durch die drei großen Stationen Regenwald, Anden, Galápagos fühlte sich unsere Reise fast an wie drei Urlaube auf einmal. Alle drei hatten enorme Höhepunkte anzubieten! Wir hatten uns entschieden, eher auf mehr verschiedene Stationen zu verzichten, um einzelne Stationen dadurch intensiver erleben zu können. Diese Vorgehensweise hat sich auf jeden Fall für uns als sehr gut erwiesen. Zum Beispiel konnten wir nur hierdurch das ganz besondere Erlebnis des Campings im Regenwald genießen!

Gebucht haben wir mit ECUADORline, die Planung hatten wir im November 2018 begonnen. Als erstes haben wir ein ausführliches Telefongespräch geführt. Neben vielen Informationen zu Ecuador, möglichen Reiseverläufen und viel entstehender Vorfreude wurde sehr genau nachgefragt, was wir uns wie vorstellen. Daraus resultierte dann nach und nach unser individueller Reiseplan. Den Flug haben wir separat gebucht, die Auswahl der Fluggesellschaft (KLM) fiel aber bereits unter Berücksichtigung der Empfehlungen und zusätzlichen Informationen. Wir fühlten uns ganz hervorragend betreut, und die Organisation war absolut super. Ganz herzlichen Dank an Frau Falk-Neubert und Herrn Vogel von ECUADORLline!

Damit schließe ich nun die Berichterstattung zu unserem Ecuador-Urlaub. Ich danke allen Leserinnen und Lesern fürs Verfolgen, sei es aktiv oder passiv, unserer Erlebnisse. Unsere nächsten Pläne stehen noch nicht fest – am besten also den RSS-Feed abonnieren (ist auf der Eingangsseite verlinkt), um beim nächsten Mal direkt mitzubekommen, wenn wir wieder auf Achse sind.

Galápagos: 6.9. Seymour Norte und Abreise

Seymour Norte ist auf dieser Karte enthalten. Man sieht, wie nahe zum Flughafen auf Baltra es gelegen ist.

Die Planung, um 6:00 Uhr an Land zu gehen, danach zu frühstücken und dann rechtzeitig am Flughafen zu sein, war also sehr realistisch… auch wenn ich super gerne noch viel mehr Zeit gehabt hätte. Die Blaufußtölpel, Fregattvögel und Rotaugenmöwen (wie deren Gattung genau heißt, weiß ich leider nicht auf deutsch) waren einfach zu faszinierend. Und wie schon auf den anderen Inseln hatten die Vögel mit ihren Nestern und ihrem Nachwuchs, sowie auf Partnersuche keinerlei Scheu vor den Menschen. Wir kamen also wirklich nahe heran.

Und endlich konnten wir vor allem die Blaufußtölpel in aller Nähe beobachten! Ich lasse einfach die Bilder sprechen.

Danach ging alles ziemlich schnell. Am Flughafen kauften wir doch noch ein paar T-Shirts ein und fanden noch zwei schöne Kaffeetassen. Von dort begann unsere 28-stündige Rückreise mit Umsteigen in Guayaquil und Amsterdam, die wir aber insgesamt gut überstanden. Ein kurzes Abschlussposting mit etwas Fazit für unsere Reise folgt noch.

Galápagos: 5.9. Santa Cruz, Tag auf der Insel

Bereits am späten Abend vom 4.9. hatten wir in Puerto Ayora im Hafen angelegt, die Fahrt von Dragon Hill war nicht sehr lang gewesen. Wir kannten den Hafen bereits von unserer Schnellboot-Fahrt nach Isabela.

In einem kleinen Bus werden wir zunächst zu einem Zwillingskrater gefahren, der etwa auf der Mitte der Insel ist. Die Niederschläge kommen von Osten nach Westen – und wir waren bisher weit im Westen des Archipels gewesen. So gab es zwar oft Wolken, aber eigentlich keinen Regen. Auf Santa Cruz kommen jedoch die Niederschläge üppig genug herunter, um für sattgrüne Vegetation zu sorgen.

Die Atmosphäre rund um den Krater ist also gar nicht mehr karg und trocken. Es hängt Nebel um den Krater herum, so dass eine leicht mystische Stimmung aufkommt. Ich hoffe, die Fotos können das einigermaßen transportieren.

Unser zweites Ziel war eine Ranch, die auf ihrem Gelände viele Riesenschildkröten beherbergt. Mit Gummistiefeln bewaffnet laufen wir durch den matschigen Untergrund und beobachten viele dieser Tiere. Für uns, die wir auf Isabela schon dort frei lebende Schildkröten getroffen hatten, vielleicht „kalter Kaffee“ (nicht wirklich, sie sind natürlich weiterhin super faszinierend!) – aber für unsere Mitreisenden endlich die Gelegenheit für Fotos mit Riesenschildkröten! Denn bereits vor allem in Port Egas hatten wir uns auf die Suche nach ihnen gemacht, aber nur zwei recht kleine, jugendliche Exemplare gefunden.

Nach einem Mittagessen und Lesepause auf der Ranch ging es zurück nach Puerto Ayora. Hier stand als nächstes der Besuch der Charles Darwin Research Station auf dem Programm. Insgesamt 15 verschiedene Schildkrötenarten gab es ursprünglich auf Galápagos, 11 von ihnen sind übrig geblieben. Auf Schautafeln wird einiges vermittelt – zunächst zu den Gründen, warum die Schildkröten so bedroht sind (u.a. lang haltbares Essen für Seeleute, aber auch Bedrohung der Gelege durch eingeführte Tiere, siehe auch mein Posting zu Dragon Hill und den Drusenköpfen/Land Iguanas), aber auch zur Aufzucht und den Erhaltungsprogrammen.

Zu unterscheiden sind die „dome“ und die „saddle“ Schildkröten. Zweitere haben einen hochgezogenen Schild, der ihnen ein Hochstrecken des Kopfes ermöglicht. Dies ist auf Inseln nötig, bei denen die Vegetation weiter oben ist – die Schildkröten müssen dann höher hinaus, um an Futter zu kommen. Auf den Fotos sollte man diesen Unterschied gut sehen können.

Großer Star der Station war früher „Lonesome George“, der letzte Vertreter einer Schildkrötenart. Leider starb er, ohne sich fortpflanzen zu können, so dass mit ihm die Art ausstarb. Ein ganzer Raum mit seinen präparierten Überresten und entsprechend kühler Klimatisierung (die Besucher müssen sich erst in einer Schleuse kurz akklimatisieren – beim Rein- und beim Rausgehen) wurde hierfür hergerichtet. Mir persönlich ist das etwas zu viel „Kult“ – die lebenden Exemplare anzuschauen machte mir da mehr Spaß.

Schließlich hatten wir noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Peter und ich nutzten es, um noch ein bisschen zu stöbern. Peter fand noch ein schönes T-Shirt. Beim Fischmarkt verweilten wir etwas länger und beobachteten die dreisten Pelikane, die versuchten, von den Überresten etwas abzubekommen. Bei einem Kaffee und Obstsaft (ganz klares kulinarisches Highlight von Ecuador!) entspannten wir in einem Café und verbanden uns das erste Mal seit fast einer Woche mit dem Internet. Mittlerweile waren ja zum Beispiel die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen gewesen – und auch zum Brexit gab es praktisch eine komplette Staffel an Handlung nachzuholen.

Am Hafen dann noch eine Tierbeobachtungsüberraschung: Direkt neben dem Pier schwammen eine ganze Reihe von Haien herum! Im Foto mit dem Smartphone fand ich es nicht gut festzuhalten, daher ein kleines Video.

An Bord gab es dann das letzte Abendessen und ein Abschiedscocktail. Am nächsten Tag soll der letzte Landgang zeitig um 6:00 Uhr stattfinden. Denn der Flug geht um 10:05 Uhr. Das Versprechen des Guides: Wer bisher noch das Gefühl hatte, zu wenige Seevögel gesehen zu haben, käme voll auf seine Kosten!

Galápagos: 4.9. Santa Cruz, Dragon Hill

Zu Beginn die Links zu den Karten: Teil 1 (30.8.-3.9.) und Teil 2 (4.-6.9.).

Wir kommen zurück zur Hauptinsel. Nach einer kurzen Mittagsnavigation kommen wir zum Dragon Hill. Auch hier: Wunderschöne Wasserfarbe, heller Strand, viel Lava. Nachmittags steht erst Schnorcheln auf dem Programm. Das Wasser ist überall im Archipel eher kühl. Wir haben daher Neopren-Anzüge an, die wir auf dem Schiff mieten konnten. Nur heute morgen am Chinese Hat war das Wasser recht flach, so dass ein paar Mutige ohne Anzug schnorchelten. Ich gehörte nicht dazu… doch an den flacheren Stellen merkte man tatsächlich, dass das Wasser wärmer war.

Nachdem nun erfolgreich die Haie gesichtet worden waren, gab es für die ganze Gruppe kein „Pflichtprogramm“ mehr. Dadurch war genug Zeit für alles. Noch einmal wunderbare Fischschwärme, auch Meeresschildkröten – und ein neues Tierchen, ein kleiner, länglicher Fisch, der nahe unter der Oberfläche schwamm und eine lang gezogene Nase aufwies. Ein sehr schöner abschließender Schnorchelgang!

Beim Landgang standen nochmals die Echsen im Mittelpunkt. In diesem Gebiet wurden einige Drusenköpfe (Land Iguanas) ausgesetzt. Wegen der importierten Tiere wie Ziegen und Katzen konnten sich diese hier nicht mehr fortpflanzen – die genannten Tiere zerstörten die Gelege. Daher gibt es Aufzuchtprogramme.

Ein wenig mehr Vegetation als an manchen anderen Landepunkten gab es schon zu sehen. Am letzten ganzen Tag unserer Kreuzfahrt sind wir im Inselinneren unterwegs, diesem Tag werde ich ein Posting (nicht zwei wie sonst) widmen.

Galápagos: 4.9. Chinese Hat

Zu Beginn die Links zu den Karten: Teil 1 (30.8.-3.9.) und Teil 2 (4.-6.9.).

Schon von Bartolomé aus hatten wir die charakteristische Form dieser winzigen Insel gesehen. Ihren Namen hat sie von dem Krater, der zusammen mit der Insel von Ferne aussieht wie ein chinesischer Hut.

Da wir morgens am Chinese Hat sind, lautet die Reihenfolge: Erst Landgang, dann Schnorcheln. Auch wenn die Insel nur ganz klein ist, sie fesselt uns von Anfang an. Die Farbe des Wassers, der helle Sand, umgeben von Lava, sowie natürlich wieder viele Seelöwen. Und dazu die Vegetation, die rötliche Farbtöne einmischt.

An einer Stelle laufen wir direkt an einem Lavatunnel vorbei, dessen „Dach“ noch zum Teil intakt ist.

Ein wunderschöner Landgang, der außerdem richtig Lust aufs Schnorcheln macht, das Wasser sieht super einladend aus. Und tatsächlich ist es einer der besten Schnorchelplätze, die wir während der Kreuzfahrt besuchen durften. Vor allem die Papageienfische sind sehenswert, die an den Korallen herumknabbern und dadurch dafür sorgen, dass der helle Sand zustandekommt.

Und die Gruppe wird endlich fündig – gleich an zwei Stellen werden Haie gesichtet. Direkt unter mir schwimmen zwei von ihnen vorbei. Von der Größe her ist klar, dass sie nicht gefährlich sind, aber beeindruckend sind sie allemal!